Quartalsupdates April – Juni 2014

Vom Gastautor KFEB

Noch vor einem Jahr beschäftigten sich die Märkte mit ganz anderen Sorgen und Problemen. Heute sind diese Probleme ganz einfach entschärft, wenn nicht gar beseitigt. Doch damit ist die Welt leider nicht gefahrloser geworden.
Die Risiken von damals sind heute weitgehend reduziert worden.

Welches Thema wird 2014 die Börsen beeinflussen?

Das zentrale makroökonomische Thema des Jahres 2014 wird die Zukunft der expansiven Geldpolitik sein. Nachdem alle wichtigen Notenbanken seit der Finanzkrise an einem Strang gezogen, sprich ihre Bilanz mehr oder weniger verlängert haben, werden sich 2014 ihre Wege trennen.

Nachfolgend ein kurzer Überblick über die Entwicklung 2014:

Bank of Japan hält an ihren Expansionskurs fest, sie bleibt dem Kampf gegen die Deflation verpflichtet.

EZB ist weiterhin unschlüssig, wie sie mit ihren disinflationären Tendenzen (Verringerung des Preisanstiegs) umgehen soll. Die EU-Inflationsrate ist auf den niedrigsten Stand seit 4 Jahren gesunken und damit wachsen die Deflationssorgen.
Vor drastischeren Maßnahmen wie negative Einlagenzinsen für Banken oder Anleihekäufen im Stile der US-Notenbank schreckt die EZB nach wie vor zurück.

Die US-Notenbank wird die monatlichen Anleihekäufe weiter drosseln und wahrscheinlich bis Ende 2014 komplett einstellen. Dafür ist nicht nur der Rückgang der Arbeitslosigkeit verantwortlich, sondern auch ein Umdenken bezüglich der Wirksam-keit der Geldpolitik.
Stattdessen ist nach neueren Studien die künftige Entwicklung der Kurzfristzinsen für die Realwirtschaft bedeutender. An diesen Punkt wird die US-Notenbank in Zukunft mit der sogenannten “Forward Guidance“ ansetzen, und damit deutlicher als in der Vergangenheit kommunizieren, wie lange sie an ihrer Null-Zins-Politik festhalten will.

Ein Beispiel für die Kommunikation der sogenannten “Forward Guidance“ lieferte vor kurzen die neue Chefin der US-Notenbank J. Yellen indem sie in ihrer ersten Pressekonferenz steigende kurzfristige Zinsen (höchstwahrscheinlich völlig bewusst) ins Spiel brachte und die Aktienmärkte unmittelbar darauf negativ reagierten.
Wie ist der Widerspruch zwischen wenig überzeugender Erholung der Konjunktur und steigenden Zinsen zu verstehen. Die Antwort könnte folgende sein:
Die US-Notenbank gibt Firmen und Verbrauchern mit ihrer Ankündigung einen zeitlichen Horizont vor, einen Fahrplan, damit sie noch rechtzeitig billige Kredite aufnehmen können, bevor die Zinsen steigen. Dies wird in den nächsten Monaten einen Schub an Krediten und Investitionen in Gang setzen. Jeder will die letzten guten Kredite der ausgehenden Billigzins-Ära noch schnell mitnehmen. Dieser Effekt wird groß genug werden, um die Konjunktur anzuschieben.
Damit könnte die US-Notenbank einen weiteren Kreditschub anstoßen – egal wie wirksam er am Ende ist – ohne dass sie ihre Zinsstrategie ändert.

Die Botschaft für die Anleger: Das Fehlen eines risikolosen Zinssatzes treibt die Anleger ins Risiko, weit über ihre Toleranzgrenze hinaus. Solange das Niedrigzinsklima anhält – ich vermute die erste Zinsanhebung in USA als Schritt zur Normalisierung der Geldpolitik im 1. Halbjahr 2015 – sollten die Rückschläge in den Aktienmärkten relativ moderat ausfallen, weil sie immer wieder relativ rasch für Zukäufe ausgenützt werden.
Aber Vorsicht, Zinserhöhungen der US-Notenbank treffen die Märkte in einer Situation eines relativ hohen Leverage (Hebel) – dies gilt weniger für die Realwirtschaft, sehr wohl aber für die Finanzmärkte. Die negativen Konsequenzen des Agierens der Zentralbanken sind heute also weniger in der Realwirtschaft zu suchen, im Überkonsum oder Immobilienmarkt, sondern eher im Finanzbereich, in spekulativen Exzessen (Beispiel USA Wachstumsmarkt Nasdaq und Biotech-Sektor), die wir allenthalben wieder feststellen können.
Sobald die Finanzmärkte die Zinserhöhungen nicht mehr als temporär (vorüber-gehend) erwarten, kommen sie unter Druck, insbesondere die Asset-Klassen die am meisten von der exzessiven Liquiditätsversorgung und hohem Leverage profitiert haben.

Aber bis 2015 ist es noch eine lange Zeit, da kann noch viel geschehen.

Und nun zu den Märkten:

Die einheitliche Meinung der Marktkommentatoren war, dass man 2014 wiederum mit Aktien Geld verdienen kann. Bisher ist diese Rechnung kaum aufgegangen und das in einer saisonal positiven Phase für Risikoanlagen. Rückschläge wie der im Januar 2014 können den Ertrag von Monaten plötzlich zunichte machen.
Wenn man wie ich längerfristig investiert ist, sind erhebliche Marktschwankungen auszuhalten. Dazu ist ein Handelsmodell super wie ich es verwende (Aktien Teil II).
Aber das Handelsmodell ist nur gut, wenn man auch seine Grenzen versteht.
Auch das Long Term Trend Modell in Quartalsupdate Aktien Teil II hat seine Grenzen.
Das Modell ist einfach, aber es gibt nicht immer eine richtige Antwort auf die künftige Kursentwicklung!
Deshalb als Sicherheit die Stopp-Loss Order aktuell für DAX < 8500 Punkte.

Für die nächsten 3 Monate sollte man vorsichtig sein. Ich rechne nur noch mit kleinen Kursgewinnen und stelle mich auf eine größere Korrektur ein.

Quartalsupdate Konjunktur April – Juni 2014

Die Stimmung für die Konjunktur erreicht im 2.Quartal 2014 ihren Gipfel

Quartalsupdate Aktien Teil I April – Juni 2014

Ermüdungserscheinungen – Bekommen die Bullen kalte Füße?

Oder doch nochmal ein letztes Aufbäumen – DAX 10 000?

Quartalsupdate Aktien Teil II April – Juni 2014

Die 5-jährige Hausse (S&P 500) ist immer noch im Bullenmodus. Allerdings haben wir eine interessante Stelle in diesen Bullenmarkt erreicht. Die drei wichtigsten Indizes (Dow Jones, S&P 500, Nasdaq 100) laufen nicht mehr synchron. Sehr aufmerksam sollte die Schwäche im Wachstumsmarkt (Nasdaq 100) beobachtet werden.

Anlage A zu Quartalsupdate Aktien Teil II April – Juni 2014

Fünf Jahre Hausse und kein bisschen müde – Hat der Aktienmarkt noch Potential?

Kommentare

4 Antworten zu “Quartalsupdates April – Juni 2014”

  1. Marcel sagt:

    Hi, leider sind Dateien nicht downloadbar?!

  2. KFEB sagt:

    KFEB: Nachdem die Dateien noch nicht eingefügt sind, können vorübergehend diese bei Interesse per E-Mail-Kontakt angefordert werden.

    E-Mail-Kontakt für Dateien: KFEB@gmx.de

    • KFEB sagt:

      Der Monat Mai beginnt.
      Stehen schwierige Börsenmonate bevor?
      Soll man 2014 die „Börsenweisheit“ Sell in May befolgen?

      Der Anleger steht vor einer schwierigen Entscheidung. Mit dem Ratschlag „Sell in May“ ist der Wunsch verbunden, ein besseres Ergebnis (höhere Rendite) zu erzielen als Mitanleger.
      Was aber wenn die Kurse in den traditionell schwachen Börsenmonaten diesmal nicht so stark nachgeben.

      Schauen wir auf die Märkte und dazu nachfolgend ein paar Gedanken:

      Zyklik langfristig: Schaut man sich die Zyklik an, die versucht langfristige Wendepunkte zu finden, so findet man erstaunliches. Im Mai 2014 sollen die Märkte einen langfristigen Wendepunkt erreichen und dann erst in 2018 einen Boden ausbilden.

      Zyklik kurzfristig: Nach dem Präsidentschaftszyklus USA befinden wir uns in einem Zwischenwahljahr. Der Saisonale Verlauf zeigt ebenfalls einen Hochpunkt im April mit einem anschließenden Rückgang bis September an.
      Zwischenwahljahre führten oftmals zu deutlichen Rückschlägen.

      Nach der Zyklik langfristig sollte nochmal ein Angriff auf neue Hochs erfolgen. Aber man sollte vorsichtig sein, Topbildungen benötigen Zeit und man kann leider erst nach einigen Monaten erkennen, ob der Zyklus korrekt ist. Momentan wissen wir auch nicht was der Auslöser für ein Top sein könnte.

      Für die Zyklik kurzfristig sollte man beachten, dass wir uns in einer klassischen Aktienhausse bewegen. Aber in den kommenden Monaten dürfte ein Anstieg unwahrscheinlicher als eine Abschwächung sein.

      Schauen wir, was die kurzfristige Zyklik unterstützt:
      Schwäche der zyklischen Aktien, Ratio Sektor XLY:XLP. Die Ratio fällt, also Anzeichen für Topbildung? Ganz so einfach ist es nicht, dass die fallende Ratio bearisch für den Aktienmarkt ist. Zuviel Pessimismus kann auch ein bullisches Zeichen sein. Der Pessimismus der Anleger, die aus den zyklischen Aktien fliehen kann der Ausgangspunkt für eine Bodenbildung bei Aktien sein.
      Unterstützung bekommt diese These vom Angst/Gier-Indikator, der ebenfalls im Bereich Angst seit einigen Wochen pendelt.

      Schaut man sich aber die Geldflussbewegungen an, dann fällt auf, dass die Institutionellen ihre Bestände abbauen und Privatanleger ihre Bestände aufbauen. Eine Warnung für die Anleger, dass die Risikobereitschaft sinkt.

      Etwas verwirrend ist die Stärke der AD-Linie (NYAD), die weiterhin auf neue Höchststände steigt. Normalerweise wird Marktschwäche von Divergenzen der AD-Linie begleitet.

      EW: EW-technisch ist ebenfalls noch ein Anstieg auf neue Hochs möglich. In der laufenden Primärwelle III im S&P 500 sind von den 5 Zwischenwellen 4 beendet. Die Zwischenwelle 5 befindet sich in der Entwicklung. Mögliche Kursziele für Primärwelle III im S&P 500 sind Kurse um 1920 Punkte.
      Die nachfolgende Primärwelle IV wird dann entscheidend sein, ob der Bullenmarkt seit 2009 eine Dauer von 5 oder 8 Jahren erreicht.

      Fazit für den Anleger:

      Vor den großen Rückschlägen gab es Warnsignale. Die lassen sich auf vier Problem-schwerpunkte zurückführen:
      a)Konjunktur: die allgemeine Wirtschaftsentwicklung nimmt einen schwächeren Verlauf als erwartet
      b) Gewinnentwicklung: der Geschäftsverlauf der einzelnen Unternehmen schwächt sich ab

      c) Notenbankpolitik: die Geldversorgung der Anleger wird zurückgefahren (Liquidität/Zins)
      d) Bewertung: Märkte sind schon bisher weit gelaufen

      Während das technische Bild vor einer größeren Korrektur (Divergenzen) warnt, kann über das Fehlen eines grundlegenden Auslösers für einen Rückgang nur spekuliert werden.
      Die Warnsignale sind noch nicht in der Summe für eine Baisse. Es ist nicht auszuschließen, dass die Börsen ein neues Hoch ansteuern, wodurch sich die Seitwärtsphase dann als Korrektur im Bullenmarkt herausstellen würde.
      Die entscheidende Frage für die Märkte lautet derzeit: Wird aus den Schwankungen, die wir seit November 2013 sehen, eine große obere Trendwende mit nachfolgender längerer Baisse; oder ist es wieder nur eine mittelfristige Konsolidierung im langfristigen Aufwärtstrend, der nun schon fünf Jahre anhält?

      Die Börsen stehen an wichtigen Entscheidungspunkten.

      • KFEB sagt:

        Crash oder Börsenparty?

        Die wichtigsten Börsenplätze der Welt erreichen derzeit neue Höchststände.
        Im Jahr 2009 hat an den Aktienmärkten in den USA und Europa ein langfristiger Bullenmarkt begonnen. Nach fünf Jahren erscheint nun aber eine Pause wahrscheinlich. Mitte der Vierzigerjahre und zu Beginn der Achtzigerjahre war die Situation ähnlich: Beide Male hatten die Märkte lange Bärenmarktphasen hinter sich gelassen. Der nachfolgende Anstieg wurde durch Konsolidierungsphasen unterbrochen. Danach kehrten die Märkte zu einem langfristigen Aufwärtstrend zurück.

        Der deutsche Aktienindex Dax knackt erstmals in seiner Geschichte überhaupt die Marke von 9900 Punkten – und läuft scheinbar unaufhaltsam den historischen 10′000 Punkten entgegen. Und auch der US-amerikanische S&P-500 schreibt mit historischen Höchstständen Schlagzeilen.

        Charttechniker und Fundamentalisten suchen nach einer Erklärung.
        Die Kommentare der Experten werden zunehmend eintöniger: Die Luft wird dünner, so die wenig überraschende Analyse. Und Anleger fragen sich: Jetzt noch auf den fahrenden Zug aufspringen? Oder viel lieber die alte Börsenregel «Sell in May and go away» aus der Schublade holen?

        Wie ist die Situation einzuordnen für Investoren?

        Erste Vorboten einer Konsolidierung am Aktienmarkt waren erkennbar.

        Die jüngste Korrektur bei Wachstumswerten, Small Caps und Finanztiteln kann als Konsolidierung betrachtet werden.

        Anleger im Spannungsfeld zwischen riskantem Umfeld und Anlagenotstand

        Betrachtet man die verschiedenen Segmente des Aktienmarktes genauer, wird deutlich, dass sich die Anleger nicht dafür entschieden haben, dem Satz “Sell in May and go away” zu folgen.
        Sie kauften stattdessen defensive Aktiengruppen, die im Falle eines Falles nicht so hart getroffen würden. Spekulativ überteuerte Segmente wie Biotechnologie, soziale Netzwerke und einige Internetunternehmen wurden dafür verkauft. Angesichts der starken Argumente für beide Entwicklungsmöglichkeiten am Aktienmarkt macht diese Strategie auch Sinn.

        Wird fehlende Furcht zur Gefahr?

        Der VIX (Volatilitätsindex S&P 500) hat ein Jahrestief erreicht und ist unter 12 Punkte gefallen.
        Eine sinkende Volatilität besagt, dass die Investoren sich wenig Sorgen um Risiken machen. In den allermeisten Fällen fällt daher die Volatilität, wenn der Kurs des S&P500 steigt – und umgekehrt. Und derzeit scheinen wir in der besten aller Welten zu leben – wenn man dem Abverkauf des VIX glauben darf.

        Hauptrisiko für 2014 ist die Entwicklung der Firmengewinne

        Für eine Pause beim Aufwärtstrend sprechen auch die erwarteten Unternehmensgewinne, die den größten Risikofaktor für 2014 darstellen. Trotz der verbreiteten Hoffnung auf Gewinnwachstum gibt es doch einige Korrekturen nach unten.

        Stimmung der Anleger

        Der Markt ist nicht überhitzt. Keine euphorische Stimmung, das zeigen zwar nicht alle, aber doch viele der Stimmungsindikatoren, wie bspw. das Sentiment AAII der US-Privatanleger, der Angst&Gier-Indikator sowie auch laufende aktuelle Diskussionen über die Märkte. Aber der State-Street-Confidence-Indikator (Geldbewegungen der institutionellen Anleger) ist seit Januar 2014 auf stabilem erhöhtem Niveau und somit gegensätzlich zu den aufgeführten Stimmungsindikatoren.
        Ebenso konträr verhält sich der Volatilitätsindex VIX. Eine sinkende Volatilität besagt, dass die Investoren sich wenig Sorgen um Risiken machen.

        Technische Analyse (EW) Favorisierte Variante

        Auch die EW-Analyse des S&P 500 scheint die oben genannten Ausführungen zu bestätigen. Momentan läuft im S&P 500 die Primärwelle [3] die aus 5 Zwischenzykluswellen besteht, von denen vier bereits vollendet sind. Von der laufenden Zwischenzykluswelle 5 sind von den fünf Wellen des Minderzyklus zwei bereits beendet. Moment läuft die Minderzykluswelle 3, denen die Wellen 4 und 5 zur Vollendung der Zwischenzykluswelle 5 noch fehlen. Mit Zwischenzykluswelle 5 ist Primärwelle [3] beendet.
        Voraussichtlich erwarte ich dies im 3./4. Quartal 2014 mit einem Zielbereich von 1960 – 2070 Punkten im S&P 500.

        Zusammenfassung:

        Langfristiger Aufwärtstrend kann sich bis zum Jahresende fortsetzen.

        Zwischengeschaltete, auch scharfe Korrekturen kann es jedoch immer wieder geben.
        Mit dem Ausbruch aus der Seitwärtsrange haben wir ein neues Signal vom Marktpreis.

        Wie das neue Preissignal strategisch einzuordnen ist, werde ich im nächsten Quartalsupdate für Aktien Teil II darstellen.