HannoFairGeld startet Regiogeld in Hannover auf dem Filmfest Utopianale im Kulturzentrum Faust
Nach vielen Monaten Arbeit an alternativen ökonomischen Wirtschaftsmodellen in Hannover, freue ich mich, eine Lösung im Experimentierstadium öffentlich präsentieren zu dürfen.
Am Samstag, 27.04.2013, 10:30 Uhr – 21:30 Uhr, findet das Filmfest “1. Utopianale” in Hannover statt (Kulturzentrum Faust, Warenannahme, Zur Bettfedernfabrik 1, 30451 Hannover).
Die Veranstalter laden auf vielfältige Weise ein, die Zukunftsfähigkeit des Konsumierens in Hannover und dessen Auswirkungen in globalen Zusammenhängen zu betrachten: Regie-Gespräche, Diskussionen, Messe der Möglichkeiten, Regiogeld-Workshop, Mitkochaktionen & Verschenktisch!
Es werden über einen Tag verteilt Filme gezeigt, die sich mit zukunftstauglichen Lebensweisen beschäftigen. Ein zusätzliches Rahmenprogramm zeigt Lösungen verschiedener Initiativen für Hannover.
Die Regionalgeld-Initiative in Hannover, HannoFairGeld, zeigt ab 16:30 Uhr den Film POLYPOLY – Geld für Alle! mit einem anschließenden Workshop-Programm bis ca. 19:45 Uhr. Ab 21:30 Uhr bis Mitternacht besteht die Möglichkeit für den weiteren Gedankenaustausch mit Manuel Schürmann, Geschäftsführer Global Change Now.
POLYOLY: Eine Reise in die Welt der Tauschwährungen: Der Film zeigt die Regiogeld-Initiative in Köthen, die Kinderbank Hamburg und die Schwarzgeldbank aus Oberhausen, die „Kohle“ in Umlauf gebracht hat. Mit nützlichen Tipps verdeutlicht der Regisseur Roland Pfaus den ökonomischen Bedarf von Komplementärwährungen und was Bürger motiviert, ihr eigenes Geld zu drucken. Experten wie Prof. Margrit Kennedy und Prof. Dirk Löhr kommen genauso zu Wort, wie die Initiative Global Change Now e.V., die den Kongress „Macht Geld Sinn Energie“ im März 2013 organisierte. Polypoly zeigt Lösungen auch für Hannover.
HannoFairGeld, die Regionalgeld-Initiative in Hannover
HannoFairGeld erforscht, schützt und fördert die Verwendung von elektronischem Buchgeld für gemeinnützige Zwecke für Menschen in Stadt und Region Hannover mit globaler Verantwortung.
Wir arbeiten mit der Verwaltungssoftware der FCoin-Internet-Plattform. Für mobiles Bezahlen stehen Smartphone-Apps zur Verfügung. Es handelt sich um Regiogeld mit Leistungsdeckung. Über Bürgschaften kommt das Geld in Form eines Vertrauensvorschusses in Umlauf.
Es fehlt Geld in wichtigen Bereichen: Für Veranstaltungen, Kultur und die zukunftsfähige Grundversorgung mit Nahrungsmitteln ist regelmäßig zu wenig Geld vorhanden. HannoFairGeld zeigt mit der Tauschwährung FCoin (FairCoin, Faire Münze), wie sich die Situation verbessern lässt.
Du kannst jederzeit mitmachen – Anleitung in drei Schritten
- Registrieren bei Fcoin: Dabei einen Namen wählen, der sich leicht merken und weitergeben lässt
- Marktplatzangebote erstellen
- Fcoin-Liquidität erhöhen: Wenn Du Geld benötigst für eine Investition oder für etwas, was Du am Marktplatz gefunden hast, kannst Du es bekommen: Die HannoFairGeld-Verwaltung oder Regiogeld-Aktivisten geben Dir welches, wenn Du sie danach fragst
Sich Kennenlernen und miteinander Vernetzen ist ein elementarer Kern des Regiogeld-Prinzips
Viel Vergnügen mit Fcoin und HannoFairGeld!
HannoFairGeld ist Teil der Netzwerke Global Change Now und Fließendes Geld sowie mit Prof. Dr. Margrit Kennedy zur Weiterentwicklung des Konzeptes im Gespräch.
Kontakt: Gert Schmidt, 0511-64216481, gs@erntezeit-hannover.de
Der Schein trügt – eine Filmzusammenfassung des Runden Tischs für Regiogeld in Hannover
Prof. Dr. Margrit Kennedy und Bernard A. Lietaer haben in ihrem Buch Regionalwährungen einen Meilenstein für den Weg einer gewandelten Ökonomie gesetzt: Sie beschreiben, wie Regiogelder soziale Probleme lösen, städtische Haushalte entlasten, sich Kommunen organisieren helfen, Bildung und Altersversorgung auf hohem Niveau gewährleisten.
Regiogelder sind Tauschmittel oder können als “Zeit” angespart werden. Sie ergänzen die Weltwährungen und ermöglichen sogar, dass unzufriedene Menschen aus ihrer Lethargie und passiven Unzufriedenheit herauskommen.
Schließlich sind Regiogelder bestens dafür geeignet, die Resilienz von Staaten, Städten und Kommunen zu stärken. Resilienz ist die Widerstandsfähigkeit gegen von außen kommende Krisen. Angesichts des derzeitigen Verbrauchs der Umwelt und deren Zerstörung, Kriege um Ressourcen und drohenden Kollapses des Finanzsystems wird der Aufbau von Resilienz dringend benötigt. Das leisten z.B. weltweit die Transition Towns-Initiativen. Zurzeit beteiligen sich offiziell 451 Städte daran, die inoffizielle Zahl liegt wesentlich höher.
Nachfolgend lesen Sie eine Filmzusammenfassung des Runden Tischs für Regiogeld Hannover.
Der Schein trügt
http://derscheintruegt.com/ oder http://www.youtube.com/user/scheintruegt
http://www.3sat.de/page/?source=/ard/sendung/137795/index.html
Film von Claus Strigel, mehrfacher Grimme-Preisträger
Nur 2 % der Billionen Dollar, die die Finanzmärkte täglich virtuell um den Erdball pumpen, werden zum Austausch von Waren genutzt!
Die Geschichte der Kung aus der Namibiawüste
Über 40.000 Jahre lebten die Kung in der namibischen Wüste nach ihren alten Traditionen:
Ihre Rundhäuser standen im Kreis, die Türen zur Mitte hin geöffnet, gekocht wurde gemein-schaftlich draußen vor der Tür.
In den 70er Jahren kam mit dem Handel auch das Geld zu den Kung.
Innerhalb von 10 Jahren bot sich ein völlig anderes Bild: Die Kung, die früher alles miteinander teilten, hielten nun ihr Geld in Kisten vor den anderen versteckt. Sie hatten ihre Hütten umgedreht, so dass sie den anderen Dorfbewohnern keinen Einblick mehr boten.
Nichts, nicht einmal Gewalt oder Religion zerstört eine Gemeinschaft so nachhaltig wie das Geld. Und das sogar scheinbar freiwillig.
Henry Ford: „Wenn die Bürger erkennen würden, wie Geld funktioniert, hätten wir bereits morgen früh eine Revolution.“
Die Geschichte des 1000 Euro-Scheins
Ein Wirt stellt abends seine Stühle hoch und findet an einem Stuhlbein klebend einen 1000 Euro-Schein. Da seine Frau Geburtstag hat, kauft er ihr am nächsten Tag einen Pelzmantel, den er mit dem 1000 Euro-Schein bezahlt. Die Besitzerin der Pelzboutique lässt nun ihren Laden renovieren und bezahlt mit dem 1000 Euro-Schein. Der Handwerksmeister kauft für die 1000 Euro eine Kommode. Der Kommodenbesitzer feiert eine Familienfeier in der Gaststätte des Wirtes und bezahlt diesen mit dem 1000 Euro-Schein. (Im Film wird der Weg des Geldscheins mit einem roten Faden markiert.)
Der Wirt trägt den 1000 Euro-Schein am nächsten Tag zur Bank. Der Herr an der Kasse drückt den Alarmknopf, der Filialleiter erscheint. Sie schauen auf den Kalender: 01. April. Der Wirt hat Glück. Sie fassen die Situation als Aprilscherz auf und zeigen ihm ihren größten Euroschein: 500 Euro.
Jochen Hörisch: „Geld gibt es nicht.“
Wir schaffen Werte. In dem Moment, wo wir Geld für Werte geben, ist es nicht mehr unser Geld. Nur dadurch funktioniert Geld. Geld ist virtuell, immateriell. Geld hat mit Vertrauen zu tun, mit Glauben im religiösen Sinne. Die Begriffe verdeutlichen dies: Kredit (= Glauben, lat.), Schuldner, Gläubiger, Erlös, Messe, Offenbarungseid, Preis (von preisen)
Aristoteles: „Es muss für alles ein einziges Maß geben.“
Eigentlich geht es um Bedürfnisse. Ohne diese gibt es keinen Tausch, keine Gemeinschaft.
Hierzu braucht man eine Vereinbarung. Geld ist dafür der gesetzliche Stellvertreter.
Geld macht alles vergleichbar. Es ist ein Äquivalent. Es macht alles gleich gültig.
Glaube hilft beim Problem der Deckung. Wirtschaftswissenschaftler sind mit Priestern vergleichbar.
Die Krise liegt in der Natur des Systems.
Wenn wir z.B. einen Kredit von 500.000 Euro für einen Hausbau aufnehmen wollen, wird der Bankangestellte zunächst unsere Kreditwürdigkeit prüfen. Kommt er zu einem positiven Ergebnis, tippt er Zahlen in einen Computer. In diesem Moment wird Geld aus dem Nichts erschaffen. Geld entsteht aus Krediten, also aus Schulden. Die Bank muss nicht die ganze Summe als Rücklage bereithalten. Bei einer Rücklage von 10% kann sie z.B. auch 5 Millionen Euro erschaffen.
Die Crux ist, dass die Zinsen nicht miterschaffen werden, aber zurückbezahlt werden müssen. So entsteht ein Mangel an Geld, der wiederum Konkurrenz erschafft. Würden wir genügend Geld erschaffen, hätte es keinen Wert mehr und würde seine Funktion verlieren.
Aber knappes Geld ist das falsche Mittel. So kommt es zu solchen Kuriositäten, dass unsere Regierungen die Bauern bezahlen, damit sie nichts produzieren, während in Afrika die Menschen (ver-)hungern, da sie kein Geld haben. Ohne Geld kein Markt.
So schieben wir durch die Knappheit des Geldes einen Filter zwischen die Fülle des Universums und unsere Bedürfnisse.
In New York gab es bereits im Jahre 2002 1200 Armenküchen, die jeweils rund 1200 Mahlzeiten pro Tag ausgeben. Ein Fünftel der New Yorker Bevölkerung lebte bereits 2002 unter der Armutsgrenze.
Der Rohdatenfeed in den Computern der NY-Börse beträgt 400.000 Updates pro Sekunde, 800.000 in Chicago. Das Licht braucht von NY nach London 9 Millisekunden, die man an der Frankfurter Börse einzusparen versucht. Auch weitere transatlantische Glasfaserkabel werden an die Grenzen der Lichtgeschwindigkeit stoßen. Der Mensch tritt kaum noch in Erscheinung.
Wege aus der Krise
Eine „normale“ Bank bietet ihren Kunden 350.000 Bankprodukte, die alle den Zweck verfolgen, die Bürger zu betrügen.
Z.B. eine Kreditgenossenschaft, eine badische Raiffeisenbank wie in den 60er Jahren, bietet lediglich Girokonten, Sparkonten und Darlehen an. Das genügt. Eine Bank sollte dies nur verwalten.
Caritas Schuldnerberatung: „Wenig Geld ist schwerer zu verwalten als viel Geld.“
Jede vierte Säugetierart stirbt aus. Luftgeld zerstört unsere Welt!
Nehmt euer Schicksal selbst in die Hand!
Lasst euch nicht fremdbestimmen!
Das Yang-Prinzip des Geldes
| Yang | Yin |
| Wettbewerb
von oben nach unten Investmentbanker Abhängigkeiten (kann man kaufen) |
Kooperation
im Kreis Erzieher, Lehrer, Krankenschwester, Altenpfleger … Sinn in Beziehungen (nicht käuflich) |
Die Folgen konnte man in der Vergangenheit sehen:
Aktienrutsch am Schwarzen Freitag 1929. Bankhaus Morgan tätigte Stützungsaktionen durch Aufkauf von Aktien. Die Aktien stiegen wieder. Doch wenige Monate später gab es die Wirtschaftskrise, die große Depression. Jeder Vierte war ohne Job.
Wenn heute Lieferketten brechen, haben wir in wenigen Tagen den Zusammenbruch!
Nachhaltigkeit und Effizienz
Es gibt vier Hauptprobleme in Ökosystemen, die innovative Lösungen verlangen:
- Sterben der Arten
- monetäre Instabilität
- Arbeitslosigkeit
- Altern der Gesellschaft
Effizienz wird durch das Zinsschuldgeld unseres Finanzsystems gesteigert.
Nachhaltigkeit wird durch Vielfalt und Vernetzung und Regiogeld gesteigert.
Der Geldforscher Prof. Bernard Lietaer, früher Notenbanker, Währungsspekulant, Regierungsberater, heute einer der härtesten Kritiker des Geldmonopols, vertritt die These, dass mit dem globalen, monopolistischen Geldsystem allein die heutigen Probleme der Menschheit nicht mehr gelöst werden können: Die Bekämpfung von Armut und Hunger, der Klimaschutz, Gesundheits- und Sozialdienste brauchen ergänzende Tauschsysteme, eigene Währungen.
Alternativen zu zinsbelastetem Schuldgeld:
Z.B. Regionalgeld in Wörgl:
Der Bürgermeister von Wörgl gab in der Wirtschaftskrise regionales Geld heraus. Damit bezahlte er z.B. Schul- und Straßensanierungen. Die Arbeiter kauften mit dem Regionalgeld ein. Ein geschlossener Kreislauf durch regionales Geld entstand. Die Wertschöpfungskette funktionierte hervorragend. Die Region blühte in der großen Depression auf, während sonst überall die Wirtschaftskrise vorherrschte.
Auf Druck der Nationalbank wurde das Regiogeld 1933 verboten.
Sie bestand auf zinsbelastetem Schuldgeld.
Z.B. Buchgeld ohne Zins bei der WIR-Bank:
Die österreichische WIR-Bank ist eine Genossenschaftsbank. Sie dient lediglich als Verrechnungsstelle. Es gibt WIR-Schecks und WIR-Karten. Auf Guthaben gibt es 0%. Für Kredite nimmt die WIR-Bank 1% für die Bezahlung der Verwaltung.
Steuern und Krankenkassenbeiträge können nicht in WIR bezahlt werden.
Aber wenn jemand gar keine Euro hat, nimmt die Gemeinde auch WIR-Geld.
Z.B. Zeitgeld Furalkipo in Japan:
Ich helfe eine Stunde lang einem Nachbarn. Dafür bekomme ich einen Furalkipo gutgeschrieben. Diesen schicke ich an meine alte Mutter, die in einer weit entfernten Stadt lebt. Sie kann sich für meinen Furalkipo nun für eine Stunde Hilfe einkaufen.
Z.B. Banko Palmas – solidarische Ökonomie in Brasilien:
In Brasilien wurden die Bewohner eines Fischerdorfes zwangsumgesiedelt, um Platz für Hotels, Restaurants, Tourismus zu schaffen. Die umgesiedelten Menschen bauten in Gemeinschaftsarbeit ihr neues Dorf Palmera auf. Aber alles, was die Gemeinschaft an Geldwerten schuf, floss wieder weg, weil Waren von außerhalb beschafft wurden.
Die Bewohner stellten fest: Das BIP (Bruttoinlandsprodukt) ist abhängig von der Zirkulation des Geldes, nicht von der Menge des Geldes. Sie entschieden daraufhin:
Lasst uns die Macht über unser Geld zurückgewinnen!
Sie entwickelten eine Kulturwirtschaft: Die Banko Palmas, die Palmas als Regiogeld herausgibt. Dort gibt es neben einer Kasse im Kundenbereich eine Cafeteria und eine Arbeitsvermittlung. Palmas Fashion stellt z.B. Kleidung her und bietet Arbeitsplätze.
Es gibt außerdem eine Menge Sozialeinrichtungen und Kulturinstitutionen, z.B. Sing- und Trommel- oder Theatergruppen
Die Entscheidung darüber, wieviel Palmas in Palmera zirkulieren sollen, liegt bei den Bürgern, die darüber im Gemeinderat sprechen.
Palmeras Bank ist gleichzeitig eine Zentralbank aller 40 Gemeinschaftsbanken in Brasilien.
Die Banko Palmas hat einfach Regalfächer für die verschiedenen Regiogeldwährungen.
Paul Singer, Staatssekretär für solidarische Ökonomie in Brasilien, sieht in diesen ergänzenden Währungen eine große Chance:
“Die Macht des Geldes über die Menschheit wird abgelöst
von der Macht der Menschen über das Geld.”
Kontakt: Gert Schmidt
WandelFindetStadt – Futurzwei berichtet über Trend Gedanken-Herausgeber Gert Schmidt
Stiftung Futurzwei-Geschichte “Ich mag Müll!”
Rück- und Ausblick auf Börsenberichte, Trend Gedanken und die Arbeit von Gert Schmidt
Die Internet-Publikation “Trend Gedanken” ist längst keine reine Börsenplattform mehr. Statt dessen findet hier eine kritische Auseinandersetzung über die Ereignisse an den Finanzmärkten statt.
Es bestehen destruktive Wechselwirkungen zwischen Finanzindustrie, Industrieproduktion, globales Wirtschaften, Wirtschaftswachstum, Peak Oil/Peak Soil/Peak Everything, Umweltzerstörung, Ausbeutung von Menschen und Tieren, Klimawandel, Handlungszwänge der Entscheidungsträger und die damit verbundenen Umwälzungsprozesse für Wirtschaft und Gesellschaft. All das wird in den Ansätzen in Mainstream-Medien wahrgenommen, ist jedoch längst nicht deutlich sichtbar.
Niemand braucht künftig Börsenpublikationen für Spekulationsgewinne
Die Entscheidungsträger in Wirtschaft und Gesellschaft unterliegen vielfältigen Bedingungen und Einflüssen. Das erschwert zukunftsfähiges Handeln, zumal die Rahmenbedingungen der aktuellen Systeme auf Wirtschaftswachstum angewiesen sind. Eine Fortsetzung des Wirtschaftswachstums unter Fortschreibung des aktuellen Niveaus in den Industrieländern erscheint in vielfältiger Hinsicht kaum möglich.
Für die Arbeit von Gert Schmidt bei Trend Gedanken bedeutet das: Von der Börsenbeobachtung für Spekulationszwecke findet eine Distanzierung statt. In Zukunft wird niemand solche Informationen benötigen. Sie sind schlicht überflüssig und schaden der zukunftsfähigen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft – regional, landesweit, global.
In der Landschaft der herkömmlichen Börsenpublikationen dürfte in Zukunft ein eisiger Wind wehen.
Kapital sollte der Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze dienen. Einer am Gemeinwohl ausgerichteten Wirtschaft gehört die Zukunft: Mehr Kooperation, Achtsamkeit für die Bedürfnisse der Menschen und Umwelt weltweit werden gebraucht.
Wirtschaft und Gesellschaft müssen künftig externe Schocks aushalten können
Pioniergewinne sollten den Erfindergeist belohnen, der nachhaltige Lösungen für unsere Kinder schafft. Wir sollten unsere Region, unser Land, unseren Planeten so bewirtschaften, dass für nachfolgende Generationen weltweit lebenswerte Perspektiven bestehen.
Die derzeitigen Systeme sind kaum widerstandsfähig gegen äußere Krisen, so dass externe Schocks erhebliche Auswirkungen auf den Alltag in den Industrieländern haben dürften, insbesondere auch für Deutschland, das auf Importe von Rohstoffen und den Export veredelter Produkte angewiesen ist.
In diesen Zeiten, die 2007 in dem Ausbruch der Finanzkrise ihren Ausgangspunkt fanden, dient Trend Gedanken und die Beobachtung der Märkte vor allem dem Erkenntnisgewinn:
Es gilt zu analysieren, wie lange die bestehenden Systeme durchhalten und welche zukunftsfähigen Trends in Wirtschaft und Gesellschaft entstehen können, bzw. erforderlich werden.
Der berufliche Wandel des Trend Gedanken-Herausgebers Gert Schmidt in der Vergangenheit:
1981: Ausbildung und längjährige Tätigkeit in der Verwaltung
1987: nebenberuflicher Start der Börsenforschung, Vertrieb von Aktiencharts
1989: Beginn der Zusammenarbeit mit Börsenverlagen, Vermögensverwaltern, eigene Publikationen
1995: Hauptberufliche Arbeit als Börsenjournalist
1996: Start von www.movingmarkets.de und weiteren Internet-Diensten
2007: Erkenntnis, dass das Finanzsystem mittel- bis langfristig vor die Wand fahren dürfte – mit tiefgreifenden Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft; Ende der Zusammenarbeit mit Börsenverlagen; Beginn mobiler Werbung mit Lastenrad und Betrieb eines Rikscha-Dienstes
seit 2008: Rückbau der Börsenberichterstattung im Internet; Beschäftigung mit Lösungen für den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft
seit 2008: Engagement für Leine-Kies e.V., Verein für Regionalgeld in Hannover, Bürgerinitiative Grundeinkommen Hannover
2010: Mitgründer von Transition Town Hannover und erstes Engagement für die PPP-Organisation Wandelwerte und weitere Reduzierung der Börsenberichterstattung, Ausbau der Vernetzungsarbeit für zukunftsfähige Initiativen; Beginn der Kooperation mit Peak-Oil.com
2011: Mitgründer der gemeinnützigen Umweltschutz-Organisation Wandelwerte e.V. – und deren hauptberuflicher Projektleiter und Mitgründer der Initiative Erntezeit Hannover, die sich mit der Selbstversorgung in der Stadt beschäftigt
Die hannöverschen Aktivitäten von Gert Schmidt der nächsten Zeit sind u.a.:
- Start einer zukunftsfähigen Möbelproduktion mit dem Künstler Joy Lohmann und dem Designer Paul Pape in Kooperation mit Wandelwerte e.V.
- Aufbau von zukunftsfähigen, die Resilienz fördernden Lösungen zugunsten des Umweltschutzes, Kunst und Kultur, regionaler Wirtschaftskreisläufe und sozialer Werkstätten in Kooperation mit Initiativen, Vereinen, Unternehmen, Verwaltung, z.B. Veranstaltungsreihe Stadt im Wandel
- Teilnahme an Strategiegruppen des Klimaschutz-Masterplans 2050 in Hannover
- Engagement für das Energiefeld der Gemeinwohl-Ökonomie in Hannover
- Teilnahme am Runden Tisch für Regionalgeld in Hannover
Gert Schmidt beschäftigt sich mit zukunftsfähigen Lösungen, die auch in anderen Städten anwendbar sind. Eine Vernetzung und der Gedankenaustausch darüber bei Trend Gedanken sind erwünscht, gern auch in Form von Gastbeiträgen aus anderen Städten: WandelFindetStadt.
Überlegungen, die sich mit den Märkten in Verbindung mit der Zukunftsfähigkeit von Entwicklungen beschäftigen, am besten lösungsorientiert, sind herzlich willkommen.
Dazu schreibt die Stiftung Futurzwei
“Seine persönliche Verwandlung hat Schmidt schon lange hinter sich: Bis 2007 war er als Börsenjournalist tätig und sah täglich, „dass im System etwas schief läuft und dass die Transaktionen und Abzockereien an der Börse immer dreckiger wurden.“ Die finanzmarktgetriebene Ökonomie entkoppelte sich für ihn immer weiter von den gesellschaftlichen Interessen. „Aber weil ich das Böse kannte, konnte ich dann das Gute erkennen“. Seit diesem Perspektivwechsel singt Schmidt den Oscar-Song „Ich mag Müll!“ – sofern es sich um Upcycling durch Wandelwerte handelt.”
Den vollständigen Text, geschrieben von Dana Giesecke, finden Sie bei Futurzwei.
DAX kitzelt an der 7.000er Marke – das Schwarzer Peter Spiel geht in die nächste Runde
Die Mittelstandsbank IKB zeigt heute einen Ausblick auf die Risiken, die weiterhin in den Depots der Banken schlummern: Fast eine halbe Milliarde Euro muss das Institut abschreiben, weil Anleihebestände niedriger bewertet wurden, berichtet das Handelsblatt.
Bei solchen Daten kann ein Institut in die Nähe einer massiven Schieflage geraten, wenn das Eigenkapital nicht ausreicht. Lesen Sie dazu auch die Trend Gedanken vom 02.03.2010.
Es erscheint gut möglich, dass den Rettern der Euros zwar die Geschäftsbanken im Nacken sitzen. Aber bei all den schlechten Nachrichten aus verschiedenen Richtungen sollte auch an die Staatsbank KfW, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, gedacht werden. Im Frühjahr 2010 schrieb ich dazu – und es sei angesichts der Freude an den Märkte noch einmal wiederholt:
Branchenprimus Dt. Bank verweist derzeit auf eine Kernkapitalquote von 12,6 Prozent, die Postbank 7,6 Prozent, die Staatsbank KfW nennt per 30.06.2009 eine Kernkapitalquote von 8,1 Prozent bei einer Eigenkapitalquote, bezogen auf die Bilanzsumme, von nur 3,04 Prozent.
Insbesondere die Kapitalausstattung der KfW sollte den Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft Kopfzerbrechen bereiten. Denn das Finanzhaus vergibt dort Kredite, wo sich andere Banken wegen der hohen Risiken zurückhalten. Solide finanziert wäre die KfW, wenn sie ein Kernkapital von 20 bis 25 Prozent aufweisen würde – was Prof. Andreas Oehler von der Universität Bamberg dem Bankensektor empfiehlt. Erst dann könnten sich stabile Rahmenbedingungen einpendeln, weil Geldgeber dann verstärkt auf ihre Risikostrukturen achten würden.
Kapital ist knapp und wird deshalb immer teurer
Außerdem ist zu bedenken: Bei der Kernkapitalquote handelt es sich um ein “Schönwetterprodukt”. So rechnete z.B. die Hypo Real Estate kurz vor ihrem Niedergang eine Kernkapitalquote von 9,3 Prozent vor. Die Zeitschrift Capital stellte dazu vor zwei Jahren eine schöne Tabelle zur Verfügung, in der die Eigenkapitalrisiken deutscher Banken verdeutlicht wurden.
Sollte es demnächst neue Regelungen geben, die es den Banken erleichtern, höhere Kern- oder Eigenkapitalquoten auszuweisen und sollte die Börse daraufhin jubeln, weil wieder höhere Gewinne möglich werden: Es wäre voraussichtlich die Basis für die nächste Etage des Kartenhauses.
Die Risiken bleiben trotz steigender Aktienkurse erhalten – und der Kapitalbedarf des Staates und der Geschäftsbanken wächst mit jedem Tag.
Neue Nachschuldner braucht das Land: Das System der wachsenden Wirtschaft wird weiter aufgebläht
Wenn massiv Kapital an die Märkte geschleust wird, dürfte die Regierung auch an das hauseigene Bankgeschäft denken. Ein Ausfall wäre teuer für den Staat – und für zahlreiche Kapitalnehmer. Ihre Kreditverträge dürften dann neue Eigentümer bekommen, verbunden mit einer Vervielfachung der Zinslasten, weil private Institute weniger generös planen.
Das perpetuum mobile der Märkte funktioniert, solange stetig neue Nachschuldner dazukommen. Weil neue Risiken gescheut werden, bleiben die Finanzierungsbedingungen günstig. Ein Problem entsteht, wenn selbst die allergünstigsten Kreditkonditionen nicht mehr ausreichen, um die Schuldnerkette stabil zu halten.
Wann dieser Wendepunkt in Deutschland erreicht ist, ist schwer vorhersehbar. Eigentlich hatte ich ihn für 2010 und 2011 erwartet.
Offenbar ist mit der “Rettung” Griechenlands, der Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen in der EU, ein Zustand geschaffen worden, der neue Nachschuldner zu den Banken bringt. Das lässt den DAX steigen und es dürfte inflationäre Tendenzen auslösen. Sachwerte bleiben deshalb erste Wahl.
Schwarzer Peter: Die Karten sind verteilt
Dabei ist klar: Auch dieses neu in Gang gesetzte “Nachschuldner-perpetuum mobile” ist in Wirklichkeit nur ein “Schwarzer Peter” Spiel. Er wird so lange weitergereicht, bis die systembedingten Regeln (z.B. Peak Oil, Peak Soil) das nächste Spielende anzeigen – und dann droht der nächste Crash.
Schwarzer Peter: Die Karten wurden in den vergangenen fünf Jahren seit dem Ausbruch der Finanzkrise neu verteilt. Insider erhielten reichlich Zeit, sich für die nächste Runde zu positionieren.
Das Personal auf dem Raumschiff Erde ist gefordert
Was danach kommt, ist absehbar: Weiteres Wirtschaftswachstum nach den Maßstäben alter Rezepte führt zu einer Zerstörung von Lebensräumen und Gesellschaftsformen. Das ist kaum zukunftsfähig.
Wir sollten Wirtschaftswachstumsmodelle als verantwortungsvolles Personal auf dem Raumschiff Erde verhindern und neue Lösungen erarbeiten, die das alte System ersetzen.
Perspektiven zur Finanzkrise
Hier finden Sie zwei Sichtweisen auf die aktuelle Situation:
1. Jörg Asmussen, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/01/19/dlf_20120119_0717_e7220236.mp3
2. Heinz Kruse, Vortragender bei Occupy Hannover, ehem. Wirtschaftsdezerment der Stadt Hannover
1. Teil http://youtu.be/A4aXRTE_NGw
2. Teil http://youtu.be/fp53FPdaTE8
Moving Markets Depot: Mit HeidelbergCement ins neue Jahr
Ein neues Engagement für das Moving Markets Depot:
Kauf 50 Aktien HeidelCement WKN 604700, letzter Kurs 31,58 EUR.
Anhand der Indikatoren, die ich für die Dienste Moving Markets und Sojakomplex berechne, zeichnet sich ab, dass Geldbewegungen in Richtung Sachwerte in Gang kommen. Aufgrund der Veränderungen im Finanzsystem könnte das der Beginn einer inflationären Entwicklung sein.
Inflation ist angesichts der Herausforderungen zunächst sozialverträglich: Der Teufelskreis einer Rezessions- und Deflationsspirale wird vermieden, Geldmittel stehen für vielerlei Zwecke zur Verfügung. Mit dieser Strategie könnten die Regierungen sogar die nächsten Wahlen gewinnen. Dass anschließend die Zahlungsunfähigkeit von Staaten droht, sollte allerdings eingeplant werden.
Das Wachstumsmodell der Ökonomen könnte wiederbelebt werden
Dass inflationäre Entwicklungen zu anhaltender Umweltzerstörung und Verknappung von Ressourcen führt, dürfte sich ebenfalls im Laufe der Entwicklung zeigen. Bis dahin könnte an den Märkten der Aufschwung gefeiert werden: Schließlich wäre bei einer gelungenen “Bankenrettung” die Talsohle in der Wirtschaft durchschritten. Ausserdem zeigen Notenbanken und Regierungen, dass sie bereit sind, alles dafür zu tun, um das Wachstumsmodell der veralteten Ökonomie zu erhalten.
Wirtschaftswachstum, Erhaltung und Schaffung von Räumen zwingt zu Investitionen
Unter solchen Bedingungen könnten Unternehmen wie HeidelbergCement profitieren. Aus dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung unterhält HeidelbergCement Aktivitäten. Interessant ist auch das Produkt TioCem.
Aus dem Blickwinkel der Markttechnik zeichnet sich bei 24 / 30 EUR eine Unterstützung ab. Gelingt der Anstieg über 35/36 EUR, wäre der Weg in Richtung 40 / 45 EUR frei.
Den Wandel fördern: Kapital für ökologische und soziale Verantwortung
Der Beginn einer inflationären Entwicklung wirkt zunächst wie ein ganz normaler Aufschwung: wachsende Leistungsfähigkeit der Wirtschaft und wachsende Beschäftigtenzahlen verdecken die wahren Probleme in Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Nebenwirkungen neuen Wirtschaftswachstums mit reichlich zur Verfügung stehenden Finanzmitteln dürften mittelfristig sichtbar werden.
Mit neuem Wachstum verschieben sich die aktuell zu bewältigenden Herausforderungen ungelöst in die Zukunft. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Investition in HeidelbergCement ein Kompromiss und ein Appell an die Aktiengesellschaft: Idealerweise verwendet HeidelbergCement das zur Verfügung gestellte Kapital verstärkt für an Nachhaltigkeit ausgerichtete Geschäftsmodelle, z.B. die Renaturierung von Steinbrüchen, Einsparung von Ressourcen und die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen wie demografischer Wandel und Integration von Migranten.
Vor Geldentwertung schützen
Die Investition in Aktien von HeidelbergCement ist auch Bestandteil eines Selbstschutzes, eine Versicherung gegen Geldentwertung: Die Systemkrise an den Finanzmärkten führt voraussichtlich zu unkontrollierbaren inflationären Entwicklungen, zumal Regierungen und Notenbanken alles dafür tun, die Marktgesetze auszuhebeln. Kapital wird aus dem Fenster geworfen. Auf diese Weise sinkt der Wert von Bargeld und Sparguthaben.
Für den Bürger bleibt deshalb der Weg der Flucht aus verzinsten Kapitalanlagen in Richtung Sachwerte, um sich langfristig vor den Folgen der Fehlentscheidungen der Regierungen und Notenbanken zu schützen.
Immer in Alternativen denken: Die Rettung des Finanzsystems könnte scheitern
Wichtig dabei – und das sollte als “Plan B” in Zukunftsszenarien kalkuliert werden: Die Regierungen könnten mit ihren Rettungsplänen das Finanzsystem vor die Wand fahren. Dann dürften Banken- und Versicherungspleiten eine Geldverknappung mit Dominoeffekten auslösen: Schrumpfung von Bilanzsummen, Zusammenbruch der Kapitalströme bis hin zur Handlungsunfähigkeit von Unternehmen und Institutionen, die vom Staat und einem funktionierenden Finanzssystem abhängig sind. Dann braucht auch niemand mehr eine HeidelbergCement-Aktie.
Sachwerte kaufen für den Schutz vor Geldentwertung
Der Weltbank-Chef Zoellick warnt vor einer weltweiten Krise.
Es lassen sich seine Thesen interpretieren, warum er das jetzt sagt und wie sein Statement und die Überschriften in den Nachrichtenticker einzustufen sind.
Mein Szenario zur Verwaltung des Moving Markets Depots ist:
* Es fand in den vergangenen Wochen ein Ausverkauf statt, der die Aktienmärkte aus technischer Sicht bereinigte.
* Es fehlen praktisch nur noch die professionellen Vermögensverwalter, die zu ermäßigten Preisen einsammeln.
* Die Weltbank liefert keine neuen Informationen.
* Regierungen und Notenbanken erhalten mit dem Statement der Weltbank die Legitimation für “überraschende” Entscheidungen.
* Es erscheint denkbar, dass die Geldhähne weiter aufgedreht werden, was Aktienkurse, Rohstoffpreise usw. steigen lassen dürfte.
* Die Entwertung des Geldes zwingt das Depot zu Selbstschutzmaßnahmen, z.B. durch den Kauf, mindestens das Halten, von Edelmetallen und anderen Sachwerten.
Für den DAX bedeutet das: Ein Kursniveau von 10.000 Punkten erscheint wahrscheinlicher als das Erreichen von 3.000 Punkten.
Für das Musterdepot bedeutet das: Käufe von Aktien sind geplant, sobald die Moving Markets Indikatoren Kaufsignale liefern.




