Permakultur und Kreislaufwirtschaft – in jeder Stadt weltweit

Die Initiative die “Erben der Erde” wird in diesem Film nur kurz erwähnt (ab ca. 3:30). Viele Worte sind auch nicht nötig, denn das zugrunde liegende Prinzip ist klar: Das zurzeit herrschende Wirtschafts- und Gesellschaftssystem hinterlässt den nächsten Generationen einen gigantischen Müllhaufen und existenzielle Probleme.

In dem Film ist ebenfalls zu sehen: Hannovers Partnerstadt Bristol hat ein Regionalgeld als Teil der Lösung eingeführt. Dort erhält sogar der Bürgermeister seine Bezahlung in Bristol Pound.

http://bristolpound.org

Das Bristol Pound ist so erfolgreich, dass es für den “Mayor’s Bristol Genius Award” nominiert wurde.

http://www.ideasfestival.co.uk/2013/news/shortlist-for-mayors-bristol-genius-award-announced/

In vielen Städten weltweit experimentieren die Menschen mit lokalen Währungen. Nach dem verheerenden Erdbeben 2011 in Neuseeland (Christchurch) wandte sich die Feuerwehr an die Regiogeld-Initiative in Lyttleton: “Wir wissen nicht, was ihr macht. Aber wir haben gehört, dass es gut ist. Bitte helft uns.” Das “Timebank”-System sorgte für schnelle Hilfe und den Wiederaufbau.

Gezeigt wird das Neuseeland Beispiel in dem Film “In Transition 2.0″.

http://www.intransitionmovie.com/

Der Film wirkt inspirierend, selbst etwas in der eigenen Stadt zu unternehmen. Er eignet sich, Filmabende zu veranstalten und Menschen zu treffen, die sich an Projekten für eine enkeltaugliche Zukunft beteiligen möchten.

In dem Zusammenhang sehenswert und das Gesamtszenario zusemmenfassend, auf das wir zusteuern,  ist die Interview-Reihe “Reanimation der Erde” mit Jörg Schindler, Niko Paech und Christian Felber.

http://www.youtube.com/user/REANIMATIONderErde

Die Schlussfolgerungen daraus:

  • Bürger gestalten ihre Lebens- und Wirtschaftsräume neu.
  • Die Art und Weise, etwas zu unternehmen und sich zu engagieren, ist voller Alternativen. Stichworte für Recherchen sind Permakultur und regionale Kreislaufwirtschaft, z.B. mit Regionalgeld gefördert.

Mit der Regiogeld-Plattform FCoin hat jeder Mensch die Möglichkeit, eigene Netzwerke für regionale Wirtschaftssysteme zu gründen, die weltweit miteinander vernetzt sind. In Hannover sammeln wir gerade Erfahrungen: Die Initiative HannoFairGeld arbeitet damit.

Über FCoin:

  • weltweit nutzbar, regionale Netzwerke möglich
  • Komplette Kontoverwaltung mit Umlaufsicherung
  • Verwaltungsstellen können Steuern erheben
  • unabhängig vom Euro und deswegen leistungsgedeckt
  • Bürgengemeinschaft bringt Geld in Umlauf -- keine zentrale Ausgabestelle
  • Nachrichtenfunktion
  • mit Smartphone-App für mobiles Bezahlen
  • Integrierter Marktplatz mit Bezahlfunktion
  • regionales Grundeinkommen möglich, sofern es die Einnahmen aus dem Geldumlauf erlauben.

In Hannover konzentrieren wir uns auf die Organisation von Veranstaltungen und Projekten mit Regiogeld, sowie die Organisation der Versorgung mit Nahrungsmitteln.

Wir befinden uns in einem frühen Stadium des Aufbaus und können deshalb noch nicht auf Erfahrungen verweisen. Es wäre schön, wenn andere Initiativen Fcoin ebenfalls ausprobieren möchten und wir zu einem Erfahrungsaustausch kommen.

Kontakt und Aktivitäten Gert Schmidt

HannoFairGeld startet Regiogeld in Hannover auf dem Filmfest Utopianale im Kulturzentrum Faust

Nach vielen Monaten Arbeit an alternativen ökonomischen Wirtschaftsmodellen in Hannover, freue ich mich, eine Lösung im Experimentierstadium öffentlich präsentieren zu dürfen.

Am Samstag, 27.04.2013, 10:30 Uhr – 21:30 Uhr, findet das Filmfest “1. Utopianale” in Hannover statt (Kulturzentrum Faust, Warenannahme, Zur Bettfedernfabrik 1, 30451 Hannover).

HannoFairGeld - Logo

Die Veranstalter laden auf vielfältige Weise ein, die Zukunftsfähigkeit des Konsumierens in Hannover und dessen Auswirkungen in globalen Zusammenhängen zu betrachten: Regie-Gespräche, Diskussionen, Messe der Möglichkeiten, Regiogeld-Workshop, Mitkochaktionen & Verschenktisch!

Es werden über einen Tag verteilt Filme gezeigt, die sich mit zukunftstauglichen Lebensweisen beschäftigen. Ein zusätzliches Rahmenprogramm zeigt Lösungen verschiedener Initiativen für Hannover.

Die Regionalgeld-Initiative in Hannover, HannoFairGeld, zeigt ab 16:30 Uhr den Film POLYPOLY – Geld für Alle! mit einem anschließenden Workshop-Programm bis ca. 19:45 Uhr. Ab 21:30 Uhr bis Mitternacht besteht die Möglichkeit für den weiteren Gedankenaustausch mit Manuel Schürmann, Geschäftsführer Global Change Now.

POLYOLY: Eine Reise in die Welt der Tauschwährungen: Der Film zeigt die Regiogeld-Initiative in Köthen, die Kinderbank Hamburg und die Schwarzgeldbank aus Oberhausen, die „Kohle“ in Umlauf gebracht hat. Mit nützlichen Tipps verdeutlicht der Regisseur Roland Pfaus den ökonomischen Bedarf von Komplementärwährungen und was Bürger motiviert, ihr eigenes Geld zu drucken. Experten wie Prof. Margrit Kennedy und Prof. Dirk Löhr kommen genauso zu Wort, wie die Initiative Global Change Now e.V., die den Kongress „Macht Geld Sinn Energie“ im März 2013 organisierte. Polypoly zeigt Lösungen auch für Hannover.

HannoFairGeld, die Regionalgeld-Initiative in Hannover

HannoFairGeld erforscht, schützt und fördert die Verwendung von elektronischem Buchgeld für gemeinnützige Zwecke für Menschen in Stadt und Region Hannover mit globaler Verantwortung.

Wir arbeiten mit der Verwaltungssoftware der FCoin-Internet-Plattform. Für mobiles Bezahlen stehen Smartphone-Apps zur Verfügung. Es handelt sich um  Regiogeld mit Leistungsdeckung. Über Bürgschaften kommt das Geld in Form eines Vertrauensvorschusses in Umlauf.

Es fehlt Geld in wichtigen Bereichen: Für Veranstaltungen, Kultur und die zukunftsfähige Grundversorgung mit Nahrungsmitteln ist regelmäßig zu wenig Geld vorhanden. HannoFairGeld zeigt mit der Tauschwährung FCoin (FairCoin, Faire Münze), wie sich die Situation verbessern lässt.

Du kannst jederzeit mitmachen – Anleitung in drei Schritten

  1. Registrieren bei Fcoin: Dabei einen Namen wählen, der sich leicht merken und weitergeben lässt
  2. Marktplatzangebote erstellen
  3. Fcoin-Liquidität erhöhen: Wenn Du Geld benötigst für eine Investition oder für etwas, was Du am Marktplatz gefunden hast, kannst Du es bekommen: Die HannoFairGeld-Verwaltung oder Regiogeld-Aktivisten geben Dir welches, wenn Du sie danach fragst :-) Sich Kennenlernen und miteinander Vernetzen ist ein elementarer Kern des Regiogeld-Prinzips

Viel Vergnügen mit Fcoin und HannoFairGeld!

HannoFairGeld ist Teil der Netzwerke Global Change Now und Fließendes Geld sowie mit Prof. Dr. Margrit Kennedy zur Weiterentwicklung des Konzeptes  im Gespräch.

Kontakt: Gert Schmidt, 0511-64216481, gs@erntezeit-hannover.de

Der Schein trügt – eine Filmzusammenfassung des Runden Tischs für Regiogeld in Hannover

Prof. Dr. Margrit Kennedy und Bernard A. Lietaer haben in ihrem Buch Regionalwährungen einen Meilenstein für den Weg einer gewandelten Ökonomie gesetzt: Sie beschreiben, wie Regiogelder soziale Probleme lösen, städtische Haushalte entlasten, sich Kommunen organisieren helfen, Bildung und Altersversorgung auf hohem Niveau gewährleisten.

Regiogelder sind Tauschmittel oder können als “Zeit” angespart werden. Sie ergänzen die Weltwährungen und ermöglichen sogar, dass unzufriedene Menschen aus ihrer Lethargie und passiven Unzufriedenheit herauskommen.

Schließlich sind Regiogelder bestens dafür geeignet, die Resilienz von Staaten, Städten und Kommunen zu stärken. Resilienz ist die Widerstandsfähigkeit gegen von außen kommende Krisen. Angesichts des derzeitigen Verbrauchs der Umwelt und deren Zerstörung, Kriege um Ressourcen und drohenden Kollapses des Finanzsystems wird der Aufbau von Resilienz dringend benötigt. Das leisten z.B. weltweit die Transition Towns-Initiativen. Zurzeit beteiligen sich offiziell 451 Städte daran, die inoffizielle Zahl liegt wesentlich höher.

Nachfolgend lesen Sie eine Filmzusammenfassung des Runden Tischs für Regiogeld Hannover.

Der Schein trügt

http://derscheintruegt.com/ oder http://www.youtube.com/user/scheintruegt
http://www.3sat.de/page/?source=/ard/sendung/137795/index.html

Film von Claus Strigel, mehrfacher Grimme-Preisträger

Nur 2 % der Billionen Dollar, die die Finanzmärkte täglich virtuell um den Erdball pumpen, werden zum Austausch von Waren genutzt!

Die Geschichte der Kung aus der Namibiawüste

Über 40.000 Jahre lebten die Kung in der namibischen Wüste nach ihren alten Traditionen:
Ihre Rundhäuser standen im Kreis, die Türen zur Mitte hin geöffnet, gekocht wurde gemein-schaftlich draußen vor der Tür.

In den 70er Jahren kam mit dem Handel auch das Geld zu den Kung.
Innerhalb von 10 Jahren bot sich ein völlig anderes Bild: Die Kung, die früher alles miteinander teilten, hielten nun ihr Geld in Kisten vor den anderen versteckt. Sie hatten ihre Hütten umgedreht, so dass sie den anderen Dorfbewohnern keinen Einblick mehr boten.

Nichts, nicht einmal Gewalt oder Religion zerstört eine Gemeinschaft so nachhaltig wie das Geld. Und das sogar scheinbar freiwillig.

Henry Ford: „Wenn die Bürger erkennen würden, wie Geld funktioniert, hätten wir bereits morgen früh eine Revolution.“

Die Geschichte des 1000 Euro-Scheins

Ein Wirt stellt abends seine Stühle hoch und findet an einem Stuhlbein klebend einen 1000 Euro-Schein. Da seine Frau Geburtstag hat, kauft er ihr am nächsten Tag einen Pelzmantel, den er mit dem 1000 Euro-Schein bezahlt. Die Besitzerin der Pelzboutique lässt nun ihren Laden renovieren und bezahlt mit dem 1000 Euro-Schein. Der Handwerksmeister kauft für die 1000 Euro eine Kommode. Der Kommodenbesitzer feiert eine Familienfeier in der Gaststätte des Wirtes und bezahlt diesen mit dem 1000 Euro-Schein. (Im Film wird der Weg des Geldscheins mit einem roten Faden markiert.)
Der Wirt trägt den 1000 Euro-Schein am nächsten Tag zur Bank. Der Herr an der Kasse drückt den Alarmknopf, der Filialleiter erscheint. Sie schauen auf den Kalender: 01. April. Der Wirt hat Glück. Sie fassen die Situation als Aprilscherz auf und zeigen ihm ihren größten Euroschein: 500 Euro.

Jochen Hörisch: „Geld gibt es nicht.“

Wir schaffen Werte. In dem Moment, wo wir Geld für Werte geben, ist es nicht mehr unser Geld. Nur dadurch funktioniert Geld. Geld ist virtuell, immateriell. Geld hat mit Vertrauen zu tun, mit Glauben im religiösen Sinne. Die Begriffe verdeutlichen dies: Kredit (= Glauben, lat.), Schuldner, Gläubiger, Erlös, Messe, Offenbarungseid, Preis (von preisen)

Aristoteles: „Es muss für alles ein einziges Maß geben.“
Eigentlich geht es um Bedürfnisse. Ohne diese gibt es keinen Tausch, keine Gemeinschaft.
Hierzu braucht man eine Vereinbarung. Geld ist dafür der gesetzliche Stellvertreter.

Geld macht alles vergleichbar. Es ist ein Äquivalent. Es macht alles gleich gültig.
Glaube hilft beim Problem der Deckung. Wirtschaftswissenschaftler sind mit Priestern vergleichbar.

Die Krise liegt in der Natur des Systems.

Wenn wir z.B. einen Kredit von 500.000 Euro für einen Hausbau aufnehmen wollen, wird der Bankangestellte zunächst unsere Kreditwürdigkeit prüfen. Kommt er zu einem positiven Ergebnis, tippt er Zahlen in einen Computer. In diesem Moment wird Geld aus dem Nichts erschaffen. Geld entsteht aus Krediten, also aus Schulden. Die Bank muss nicht die ganze Summe als Rücklage bereithalten. Bei einer Rücklage von 10% kann sie z.B. auch 5 Millionen Euro erschaffen.

Die Crux ist, dass die Zinsen nicht miterschaffen werden, aber zurückbezahlt werden müssen. So entsteht ein Mangel an Geld, der wiederum Konkurrenz erschafft. Würden wir genügend Geld erschaffen, hätte es keinen Wert mehr und würde seine Funktion verlieren.

Aber knappes Geld ist das falsche Mittel. So kommt es zu solchen Kuriositäten, dass unsere Regierungen die Bauern bezahlen, damit sie nichts produzieren, während in Afrika die Menschen (ver-)hungern, da sie kein Geld haben. Ohne Geld kein Markt.

So schieben wir durch die Knappheit des Geldes einen Filter zwischen die Fülle des Universums und unsere Bedürfnisse.

In New York gab es bereits im Jahre 2002 1200 Armenküchen, die jeweils rund 1200 Mahlzeiten pro Tag ausgeben. Ein Fünftel der New Yorker Bevölkerung lebte bereits 2002 unter der Armutsgrenze.

Der Rohdatenfeed in den Computern der NY-Börse beträgt 400.000 Updates pro Sekunde, 800.000 in Chicago. Das Licht braucht von NY nach London 9 Millisekunden, die man an der Frankfurter Börse einzusparen versucht. Auch weitere transatlantische Glasfaserkabel werden an die Grenzen der Lichtgeschwindigkeit stoßen. Der Mensch tritt kaum noch in Erscheinung.

Wege aus der Krise

Eine „normale“ Bank bietet ihren Kunden 350.000 Bankprodukte, die alle den Zweck verfolgen, die Bürger zu betrügen.
Z.B. eine Kreditgenossenschaft, eine badische Raiffeisenbank wie in den 60er Jahren, bietet lediglich Girokonten, Sparkonten und Darlehen an. Das genügt. Eine Bank sollte dies nur verwalten.

Caritas Schuldnerberatung: „Wenig Geld ist schwerer zu verwalten als viel Geld.“

Jede vierte Säugetierart stirbt aus. Luftgeld zerstört unsere Welt!

Nehmt euer Schicksal selbst in die Hand!

Lasst euch nicht fremdbestimmen!

Das Yang-Prinzip des Geldes

Yang Yin
Wettbewerb

von oben nach unten

Investmentbanker

Abhängigkeiten (kann man kaufen)

Kooperation

im Kreis

Erzieher, Lehrer, Krankenschwester, Altenpfleger …

Sinn in Beziehungen (nicht käuflich)

Die Folgen konnte man in der Vergangenheit sehen:
Aktienrutsch am Schwarzen Freitag 1929. Bankhaus Morgan tätigte Stützungsaktionen durch Aufkauf von Aktien. Die Aktien stiegen wieder. Doch wenige Monate später gab es die Wirtschaftskrise, die große Depression. Jeder Vierte war ohne Job.

Wenn heute Lieferketten brechen, haben wir in wenigen Tagen den Zusammenbruch!

Nachhaltigkeit und Effizienz

Es gibt vier Hauptprobleme in Ökosystemen, die innovative Lösungen verlangen:

  1. Sterben der Arten
  2. monetäre Instabilität
  3. Arbeitslosigkeit
  4. Altern der Gesellschaft

Schaubild: System - Nachhaltigkeit - Widerstandsfähigkeit - Kollaps

Effizienz wird durch das Zinsschuldgeld unseres Finanzsystems gesteigert.
Nachhaltigkeit wird durch Vielfalt und Vernetzung und Regiogeld gesteigert.
Der Geldforscher Prof. Bernard Lietaer, früher Notenbanker, Währungsspekulant, Regierungsberater, heute einer der härtesten Kritiker des Geldmonopols, vertritt die These, dass mit dem globalen, monopolistischen Geldsystem allein die heutigen Probleme der Menschheit nicht mehr gelöst werden können: Die Bekämpfung von Armut und Hunger, der Klimaschutz, Gesundheits- und Sozialdienste brauchen ergänzende Tauschsysteme, eigene Währungen.

Alternativen zu zinsbelastetem Schuldgeld:

Z.B. Regionalgeld in Wörgl:
Der Bürgermeister von Wörgl gab in der Wirtschaftskrise regionales Geld heraus. Damit bezahlte er z.B. Schul- und Straßensanierungen. Die Arbeiter kauften mit dem Regionalgeld ein. Ein geschlossener Kreislauf durch regionales Geld entstand. Die Wertschöpfungskette funktionierte hervorragend. Die Region blühte in der großen Depression auf, während sonst überall die Wirtschaftskrise vorherrschte.
Auf Druck der Nationalbank wurde das Regiogeld 1933 verboten.
Sie bestand auf zinsbelastetem Schuldgeld.

Z.B. Buchgeld ohne Zins bei der WIR-Bank:

Die österreichische WIR-Bank ist eine Genossenschaftsbank. Sie dient lediglich als Verrechnungsstelle. Es gibt WIR-Schecks und WIR-Karten. Auf Guthaben gibt es 0%. Für Kredite nimmt die WIR-Bank 1% für die Bezahlung der Verwaltung.

Steuern und Krankenkassenbeiträge können nicht in WIR bezahlt werden.
Aber wenn jemand gar keine Euro hat, nimmt die Gemeinde auch WIR-Geld.

Z.B. Zeitgeld Furalkipo in Japan:

Ich helfe eine Stunde lang einem Nachbarn. Dafür bekomme ich einen Furalkipo gutgeschrieben. Diesen schicke ich an meine alte Mutter, die in einer weit entfernten Stadt lebt. Sie kann sich für meinen Furalkipo nun für eine Stunde Hilfe einkaufen.

Z.B. Banko Palmas – solidarische Ökonomie in Brasilien:

In Brasilien wurden die Bewohner eines Fischerdorfes zwangsumgesiedelt, um Platz für Hotels, Restaurants, Tourismus zu schaffen. Die umgesiedelten Menschen bauten in Gemeinschaftsarbeit ihr neues Dorf Palmera auf. Aber alles, was die Gemeinschaft an Geldwerten schuf, floss wieder weg, weil Waren von außerhalb beschafft wurden.

Die Bewohner stellten fest: Das BIP (Bruttoinlandsprodukt) ist abhängig von der Zirkulation des Geldes, nicht von der Menge des Geldes. Sie entschieden daraufhin:

Lasst uns die Macht über unser Geld zurückgewinnen!

Sie entwickelten eine Kulturwirtschaft: Die Banko Palmas, die Palmas als Regiogeld herausgibt. Dort gibt es neben einer Kasse im Kundenbereich eine Cafeteria und eine Arbeitsvermittlung. Palmas Fashion stellt z.B. Kleidung her und bietet Arbeitsplätze.
Es gibt außerdem eine Menge Sozialeinrichtungen und Kulturinstitutionen, z.B. Sing- und Trommel- oder Theatergruppen

Die Entscheidung darüber, wieviel Palmas in Palmera zirkulieren sollen, liegt bei den Bürgern, die darüber im Gemeinderat sprechen.

Palmeras Bank ist gleichzeitig eine Zentralbank aller 40 Gemeinschaftsbanken in Brasilien.
Die Banko Palmas hat einfach Regalfächer für die verschiedenen Regiogeldwährungen.

Paul Singer, Staatssekretär für solidarische Ökonomie in Brasilien, sieht in diesen ergänzenden Währungen eine große Chance:

“Die Macht des Geldes über die Menschheit wird abgelöst
von der Macht der Menschen über das Geld.”

Kontakt: Gert Schmidt

Aktuelle Zahlen zur weltweiten Sojabohnen-Produktion

Die neuesten Daten über die Sojabohnen-Produktion zeigen, dass die USA ihren Platz als weltgrößte Sojaproduzenten abgeben müssen. Brasilien ist auf der “Überholspur” und wird nach den neuesten Ernteschätzungen 2012/2013 82,7 Mio Tonnen herstellen, die USA knapp weniger mit 82,5 Mio Tonnen.

Damit kann Brasilien seit 1990 eine Sojabohnen-Wachstumsrate von durchschnittlich jährlich rund 22 Prozent vorweisen.  30,7 Prozent der Weltproduktion von Sojabohnen stammen aus Brasilien.

China importiert Sojabohnen mit einer jährlichen Wachstumsrate von  28 Prozent, zuletzt rund 63 Mio Tonnen. Mit dem Wohlstand wächst der Appetit auf Fleisch.

Aktuelle Daten rufen Sie in einer PDF-Datei ab.

In der EU wird für 2012/2013 ein Netto-Import von 30 Mio Tonnen erwartet, davon Deutschland 5 Mio Tonnen.

Sehr schön: In Niedersachsen werden Sojabohnen von einem Biobauern produziert.

Der Umgang mit Pflanzeneiweiß und der Sojabohnenanbau ist von großer Bedeutung für den Umweltschutz (Pflanzenschutzmittel), die Biodiversität und Verfügbarkeit von nährstoffreichem Boden (Peak Soil, Regenwälder), Landverteilung (bewaffnete Konflikte, z.B. Paraguay), Ernährung der Weltbevölkerung, Fleischproduktion unter Massentierhaltung in den Industrieländern, Schutz der Tierrechte, die Energiewende (Peak Oil).

WandelFindetStadt – Futurzwei berichtet über Trend Gedanken-Herausgeber Gert Schmidt

Stiftung Futurzwei-Geschichte “Ich mag Müll!”
Rück- und Ausblick auf Börsenberichte, Trend Gedanken und die Arbeit von Gert Schmidt

Die Internet-Publikation “Trend Gedanken” ist längst keine reine Börsenplattform mehr. Statt dessen findet hier eine kritische Auseinandersetzung über die Ereignisse an den Finanzmärkten statt.

Es bestehen destruktive Wechselwirkungen zwischen Finanzindustrie, Industrieproduktion, globales Wirtschaften, Wirtschaftswachstum, Peak Oil/Peak Soil/Peak Everything, Umweltzerstörung, Ausbeutung von Menschen und Tieren, Klimawandel, Handlungszwänge der Entscheidungsträger und die damit verbundenen Umwälzungsprozesse für Wirtschaft und Gesellschaft. All das wird in den Ansätzen in Mainstream-Medien wahrgenommen, ist jedoch längst nicht deutlich sichtbar.

Kommunikationsmöbel von Wandelwerte e.V., http://wandelwerte.de

Kommunikationsmöbel von Wandelwerte e.V., http://wandelwerte.de

Niemand braucht künftig Börsenpublikationen für Spekulationsgewinne

Die Entscheidungsträger in Wirtschaft und Gesellschaft unterliegen vielfältigen Bedingungen und Einflüssen. Das erschwert zukunftsfähiges Handeln, zumal die Rahmenbedingungen der aktuellen Systeme auf Wirtschaftswachstum angewiesen sind. Eine Fortsetzung des Wirtschaftswachstums unter Fortschreibung des aktuellen Niveaus in den Industrieländern erscheint in vielfältiger Hinsicht kaum möglich.

Für die Arbeit von Gert Schmidt bei Trend Gedanken bedeutet das: Von der Börsenbeobachtung für Spekulationszwecke findet eine Distanzierung statt. In Zukunft wird niemand solche Informationen benötigen. Sie sind schlicht überflüssig und schaden der zukunftsfähigen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft – regional, landesweit, global.

In der Landschaft der herkömmlichen Börsenpublikationen dürfte in Zukunft ein eisiger Wind wehen.

Kapital sollte der Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze dienen. Einer am Gemeinwohl ausgerichteten Wirtschaft gehört die Zukunft: Mehr Kooperation, Achtsamkeit für die Bedürfnisse der Menschen und Umwelt weltweit werden gebraucht.

Wirtschaft und Gesellschaft müssen künftig externe Schocks aushalten können

Pioniergewinne sollten den Erfindergeist belohnen, der nachhaltige Lösungen für unsere Kinder schafft. Wir sollten unsere Region, unser Land, unseren Planeten so bewirtschaften, dass für nachfolgende Generationen weltweit lebenswerte Perspektiven bestehen.

Die derzeitigen Systeme sind kaum widerstandsfähig gegen äußere Krisen, so dass externe Schocks erhebliche Auswirkungen auf den Alltag in den Industrieländern haben dürften, insbesondere auch für Deutschland, das auf Importe von Rohstoffen und den Export veredelter Produkte angewiesen ist.

In diesen Zeiten, die 2007 in dem Ausbruch der Finanzkrise ihren Ausgangspunkt fanden, dient Trend Gedanken und die Beobachtung der Märkte vor allem dem Erkenntnisgewinn:

Es gilt zu analysieren, wie lange die bestehenden Systeme durchhalten und welche zukunftsfähigen Trends in Wirtschaft und Gesellschaft entstehen können, bzw. erforderlich werden.

Der berufliche Wandel des Trend Gedanken-Herausgebers Gert Schmidt in der Vergangenheit:

1981: Ausbildung und längjährige Tätigkeit in der Verwaltung
1987: nebenberuflicher Start der Börsenforschung, Vertrieb von Aktiencharts
1989: Beginn der Zusammenarbeit mit Börsenverlagen, Vermögensverwaltern, eigene Publikationen
1995: Hauptberufliche Arbeit als Börsenjournalist
1996: Start von www.movingmarkets.de und weiteren Internet-Diensten
2007: Erkenntnis, dass das Finanzsystem mittel- bis langfristig vor die Wand fahren dürfte – mit tiefgreifenden Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft; Ende der Zusammenarbeit mit Börsenverlagen; Beginn mobiler Werbung mit Lastenrad und Betrieb eines Rikscha-Dienstes
seit 2008: Rückbau der Börsenberichterstattung im Internet; Beschäftigung mit Lösungen für den Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft
seit 2008: Engagement für Leine-Kies e.V., Verein für Regionalgeld in Hannover, Bürgerinitiative Grundeinkommen Hannover
2010: Mitgründer von Transition Town Hannover und erstes Engagement für die PPP-Organisation Wandelwerte und weitere Reduzierung der Börsenberichterstattung, Ausbau der Vernetzungsarbeit für zukunftsfähige Initiativen; Beginn der Kooperation mit Peak-Oil.com
2011: Mitgründer der gemeinnützigen Umweltschutz-Organisation Wandelwerte e.V. – und deren hauptberuflicher Projektleiter und Mitgründer der Initiative Erntezeit Hannover, die sich mit der Selbstversorgung in der Stadt beschäftigt

Die hannöverschen Aktivitäten von Gert Schmidt der nächsten Zeit sind u.a.:

  • Start einer zukunftsfähigen Möbelproduktion mit dem Künstler Joy Lohmann und dem Designer Paul Pape in Kooperation mit Wandelwerte e.V.
  • Aufbau von zukunftsfähigen, die Resilienz fördernden Lösungen zugunsten des Umweltschutzes, Kunst und Kultur, regionaler Wirtschaftskreisläufe und sozialer Werkstätten in Kooperation mit Initiativen, Vereinen, Unternehmen, Verwaltung, z.B. Veranstaltungsreihe Stadt im Wandel
  • Teilnahme an Strategiegruppen des Klimaschutz-Masterplans 2050 in Hannover
  • Engagement für das Energiefeld der Gemeinwohl-Ökonomie in Hannover
  • Teilnahme am Runden Tisch für Regionalgeld in Hannover

Gert Schmidt beschäftigt sich mit zukunftsfähigen Lösungen, die auch in anderen Städten anwendbar sind. Eine Vernetzung und der Gedankenaustausch darüber bei Trend Gedanken sind erwünscht, gern auch in Form von Gastbeiträgen aus anderen Städten: WandelFindetStadt.

Überlegungen, die sich mit den Märkten in Verbindung mit der Zukunftsfähigkeit von Entwicklungen beschäftigen, am besten lösungsorientiert, sind herzlich willkommen.

Dazu schreibt die Stiftung Futurzwei

“Seine persönliche Verwandlung hat Schmidt schon lange hinter sich: Bis 2007 war er als Börsenjournalist tätig und sah täglich, „dass im System etwas schief läuft und dass die Transaktionen und Abzockereien an der Börse immer dreckiger wurden.“ Die finanzmarktgetriebene Ökonomie entkoppelte sich für ihn immer weiter von den gesellschaftlichen Interessen. „Aber weil ich das Böse kannte, konnte ich dann das Gute erkennen“. Seit diesem Perspektivwechsel singt Schmidt den Oscar-Song „Ich mag Müll!“ – sofern es sich um Upcycling durch Wandelwerte handelt.”

Den vollständigen Text, geschrieben von Dana Giesecke, finden Sie bei Futurzwei.

Ring frei für mindestens eine weitere Runde billiges Geld, Brot und Spiele

Was uns jetzt Sorge bereitet, könnte überwiegend öffentliches Geschrei der “Diva” sein sein. So werden die Konditionen für die Finanzmärkte verbessert. Dass dabei Föderalismus und Demokratie zu kurz kommen, ist das Opfer, dass uns auferlegt wird, um nicht ins Finanz-Chaos abzudriften.

http://trendgedanken.de/?p=2998
http://trendgedanken.de/?p=2251
http://trendgedanken.de/?p=424

Meine Vermutung: Die Inflationskarte wurde bisher noch nicht ausgespielt, um den Zeitpunkt hinauszuzögern. Aber bald ist es so weit: Wachstumsstrategie seitens der Politik – Eurobonds – Inflation.

Inflation kommt dann, wenn das Wirtschaftswachstum zwei, drei Prozent und mehr beträgt und darüber allgemeiner Jubel ausbricht. Die Konsumlaune der Menschen lässt sich kampagnenartig steuern. Das wirkt preistreibend. Davon profitiert die Kapitalseite. Edelmetall-Preise und Energiekosten dürften dabei abheben – und auch die Aktienkurse. Dass der inflationäre Effekt später kaum noch kontrollierbar sein könnte, wird heute billigend in Kauf genommen.

Die deutsche Regierung geht diese Richtung. Das zeigte nochmal eine Aussage unserer Kanzlerin:

Der entscheidende Satz gestern im Handelsblatt:

“Merkel bekannte sich zu einer Wachstumsstrategie für Europa”

http://www.handelsblatt.com/politik/international/krisengipfel-merkel-erwartet-plaene-fuer-mehr-europa/6721038.html

Unterstützung für einen inflationären Kurs kommt auch aus dem Vereinigten Königreich (im gleichen Artikel beschrieben):

“Cameron will sich am Donnerstag-Mittag mit Merkel in Berlin treffen. Er befürchtet, dass die ohnehin schwächelnde britische Wirtschaft durch die Euro-Krise noch weiter belastet wird. Großbritannien befindet sich in der Rezession.”

Frankreich bekannte sich zur Wahl des neuen Präsidenten zu einer Wachstumsstrategie.

Ring frei für mindestens eine weitere Runde billiges Geld, Brot und Spiele. Das beruhigt die Wirtschaft, fördert Arbeitsplätze und lässt die Kritiker ins Leere laufen.

Bekommt Europa mehr Verantwortung, was ebenfalls geplant ist, werden förderale Strukturen ausgehebelt. Politiker hierzulade entbinden sich dadurch ihrer Verantwortung.

Dass die Situation eskaliert, könnte erst am Ende des Prozesses stehen. Und das gilt natürlich weithin: Ein ferngesteuertes System ist nicht mehr widerstandsfähig gegen von aussen kommende Störfaktoren.

Peak Oil-Preisspünge, Naturkatastrophen und Industrieunfälle, Ausbreitung kontaminierter Gebiete in Japan, Klimawandel-Phänomene, Kriege usw. stören die Planwirtschaft. Die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft werden dann erklären, dass sich XY unvorhersehbar ereignete und dass sich so etwas vorher nicht planen ließ.

Besser wäre es, jetzt die Ressourcenverbräuche herunterzufahren und die daraus folgende Rezession mit schwerwiegenden Folgen als Chance zu begreifen. Implodierende Staats- und Unternehmensbilanzen lassen absehbar mittel- und langfristig die Unzufriedenheit der Menschen wachsen. Das wird idealerweise mit mehr Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung aufgefangen.

Zurzeit lässt sich das in einer komfortablen Situation erleben. In einer späteren Eskalationsphase bleibt weniger Zeit für überlegtes Handeln.

DAX kitzelt an der 7.000er Marke – das Schwarzer Peter Spiel geht in die nächste Runde

Die Mittelstandsbank IKB zeigt heute einen Ausblick auf die Risiken, die weiterhin in den Depots der Banken schlummern: Fast eine halbe Milliarde Euro muss das Institut abschreiben, weil Anleihebestände niedriger bewertet wurden, berichtet das Handelsblatt.

Bei solchen Daten kann ein Institut in die Nähe einer massiven Schieflage geraten, wenn das Eigenkapital nicht ausreicht. Lesen Sie dazu auch die Trend Gedanken vom 02.03.2010.

Es erscheint gut möglich, dass den Rettern der Euros zwar die Geschäftsbanken im Nacken sitzen. Aber bei all den schlechten Nachrichten aus verschiedenen Richtungen sollte auch an die Staatsbank KfW, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, gedacht werden. Im Frühjahr 2010 schrieb ich dazu – und es sei angesichts der Freude an den Märkte noch einmal wiederholt:

Branchenprimus Dt. Bank verweist derzeit auf eine Kernkapitalquote von 12,6 Prozent, die Postbank 7,6 Prozent, die Staatsbank KfW nennt per 30.06.2009 eine Kernkapitalquote von 8,1 Prozent bei einer Eigenkapitalquote, bezogen auf die Bilanzsumme, von nur 3,04 Prozent.

Insbesondere die Kapitalausstattung der KfW sollte den Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft Kopfzerbrechen bereiten. Denn das Finanzhaus vergibt dort Kredite, wo sich andere Banken wegen der hohen Risiken zurückhalten. Solide finanziert wäre die KfW, wenn sie ein Kernkapital von 20 bis 25 Prozent aufweisen würde – was Prof. Andreas Oehler von der Universität Bamberg dem Bankensektor empfiehlt. Erst dann könnten sich stabile Rahmenbedingungen einpendeln, weil Geldgeber dann verstärkt auf ihre Risikostrukturen achten würden.

Kapital ist knapp und wird deshalb immer teurer

Außerdem ist zu bedenken: Bei der Kernkapitalquote handelt es sich um ein “Schönwetterprodukt”. So rechnete z.B. die Hypo Real Estate kurz vor ihrem Niedergang eine Kernkapitalquote von 9,3 Prozent vor. Die Zeitschrift Capital stellte dazu vor zwei Jahren eine schöne Tabelle zur Verfügung, in der die Eigenkapitalrisiken deutscher Banken verdeutlicht wurden.

Sollte es demnächst neue Regelungen geben, die es den Banken erleichtern, höhere Kern- oder Eigenkapitalquoten auszuweisen und sollte die Börse daraufhin jubeln, weil wieder höhere Gewinne möglich werden: Es wäre voraussichtlich die Basis für die nächste Etage des Kartenhauses.

Die Risiken bleiben trotz steigender Aktienkurse erhalten – und der Kapitalbedarf des Staates und der Geschäftsbanken wächst mit jedem Tag.

Neue Nachschuldner braucht das Land: Das System der wachsenden Wirtschaft wird weiter aufgebläht

Wenn massiv Kapital an die Märkte geschleust wird, dürfte die Regierung auch an das hauseigene Bankgeschäft denken. Ein Ausfall wäre teuer für den Staat – und für zahlreiche Kapitalnehmer. Ihre Kreditverträge dürften dann neue Eigentümer bekommen, verbunden mit einer Vervielfachung der Zinslasten, weil private Institute weniger generös planen.

Das perpetuum mobile der Märkte funktioniert, solange stetig neue Nachschuldner dazukommen. Weil neue Risiken gescheut werden, bleiben die Finanzierungsbedingungen günstig. Ein Problem entsteht, wenn selbst die allergünstigsten Kreditkonditionen nicht mehr ausreichen, um die Schuldnerkette stabil zu halten.

Wann dieser Wendepunkt in Deutschland erreicht ist, ist schwer vorhersehbar. Eigentlich hatte ich ihn für 2010 und 2011 erwartet.

Offenbar ist mit der “Rettung” Griechenlands, der Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen in der EU, ein Zustand geschaffen worden, der neue Nachschuldner zu den Banken bringt. Das lässt den DAX steigen und es dürfte inflationäre Tendenzen auslösen. Sachwerte bleiben deshalb erste Wahl.

Schwarzer Peter: Die Karten sind verteilt

Dabei ist klar: Auch dieses neu in Gang gesetzte “Nachschuldner-perpetuum mobile” ist in Wirklichkeit nur ein “Schwarzer Peter” Spiel. Er wird so lange weitergereicht, bis die systembedingten Regeln (z.B. Peak Oil, Peak Soil) das nächste Spielende anzeigen – und dann droht der nächste Crash.

Schwarzer Peter: Die Karten wurden in den vergangenen fünf Jahren seit dem Ausbruch der Finanzkrise neu verteilt. Insider erhielten reichlich Zeit, sich für die nächste Runde zu positionieren.

Das Personal auf dem Raumschiff Erde ist gefordert

Was danach kommt, ist absehbar: Weiteres Wirtschaftswachstum nach den Maßstäben alter Rezepte führt zu einer Zerstörung von Lebensräumen und Gesellschaftsformen. Das ist kaum zukunftsfähig.

Wir sollten Wirtschaftswachstumsmodelle als verantwortungsvolles Personal auf dem Raumschiff Erde verhindern und neue Lösungen erarbeiten, die das alte System ersetzen.

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