Von der Finanzkrise zur Schuldenkrise (Solvenzkrise)

Gastbeitrag von KFEB

Die Finanzkrise und ihre Auswirkungen sind aus dem Blickwinkel der Anleger verschwunden.

Kein Wunder sind doch die Märkte seit März 2009 wieder im Rallymodus.
Ich möchte aber trotzdem auf die Finanzkrise zurück kommen und  denke hierbei  an den Februar 2009. Die Märkte waren in Aufruhr und auf dem Weg nach unten.
Damals hielt Finanzminister Timothy Geithner USA am 10.02.2009 eine Rede die aufzeigen sollte, mit welchen Maßnahmen die Regierung versucht der größten Krise seit Generationen zu begegnen.
Nach der Rede waren die Beobachter entttäuscht, da sie damals konkretere Informationen erwartet hatten. Auch die Märkte reagierten mit Kursverlusten.
Was hat sich seit der Rede damals getan.Ist die Finanzkrise vorbei?
Ich habe mir dazu Gedanken gemacht und eine Analyse erstellt.

http://trendgedanken.de/images/Finanzkrise_Stand_Februar_2010.pdf

Gegenstand der Analyse sind die Auswirkungen und Folgen der Finanzkrise, welche ich weiterhin in meine persönliche Börsenstrategie einfließen lasse (siehe hierzu Punkt 3 der Analyse). Ich werde darüber in unregelmäßigen Abständen berichten, je nachdem welche Investmentthemen die Märkte begleiten. Manchmal sind es Themen, die unterschätzt und zu früh zu den Akten gelegt werden. Ein anderes Mal sind es Entwicklungen, die einen längeren Reifeprozeß durchlaufen.

Aber nochmal zurück in den Februar 2009, als Finanzminister  T. Geithner USA seine Rede hielt. Ich möchte auf Inhalte seiner Rede zurückkommen.
Die Anleger waren enttäuscht und im Finanzmisterium USA wurde der Eindruck vermittelt, die Finanzkrise hat einen „Misthaufen“ hinterlassen. Übelriechende Papiere, die an der Wall Street ausgebreitet wurden und dessen Gifstoffe den Boden der Wirtschaft verseuchen.
Aber ist Mist nicht wertvoll?
Geithners Plan zur Lösung der Finanzkrise beruht darauf, dass die Papiere in den Bilanzen der Banken werthaltig sind. Mann muss sie ja nicht völlig abschreiben.
Mist benötigt Zeit, damit sich durch die chemischen und biologischen Prozesse der wahre Wert einstellt. Außerdem Misthaufen sollten belüftet werden, am besten durch fortgesetzte Umschichtung.
Geithners Plan geht davon aus, dass mit der Zeit die Papiere an Wert wiedergewinnen. Nur das Problem mit der Liquidität ist zu lösen, da der wahre Wert der Papiere nicht ermittelt werden kann. Die Liquidität sollte in den Markt kommen, indem man private Investoren dazu ermuntert, den Banken die illiquiden Papiere abzukaufen. Der Plan sah vor 50% der Gewinne beim Weiterverkauf zu behalten und nur 10% der Verluste selbst zu tragen.
Was aus dem Plan geworden ist weis ich nicht. Wurden überhaupt Papiere gehandelt? Wahrscheinlich  nicht. Denn was nichts wert ist, wird nicht gehandelt. So blockieren diese Papiere immer noch die Bankbilanzen.
Oder der Plan war erfolgreich, und die privaten Geldgeber (Banken und Fonds?) haben Milliarden verdient. Will deshalb die politische Führung in Washington  die Gewinne wegbesteuern?

Zusammenfassend komme ich zu dem Schluss, dass der Plan welcher der Rede des Finanzministers T.Geithner zugrunde lag, eine entscheidende Schwachstelle hat: Der Misthaufen ist eine Müllhalde. Ich bin gespannt, wann die Regierung die Massnahmen bekannt gibt, damit das Versickern  von toxischen Inhalten in den Boden verhindert wird.