Der letzte Satz vor einer Bankrotterklärung

Der Euro und die europäische Idee können scheitern … unsere Bundeskanzlerin.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,694675,00.html

Man möchte fast vermuten, dass sie Stammleserin bei Walter Eichelburg ist ;-)

Auch der Kometenanstieg von Gold und Aktien würde zu bevorstehend schlechten Nachrichten passen.

Indem die Kanzlerin bereit ist, eine Systemkrise zu diagnostizieren, räumt sie nachträglich ein, was seit Beginn der Finanzkrise 2007 immer wieder seitens der Politik verneint wurde.

Insofern sind ihre Äußerungen von heute bemerkenswert.

Weil Politiker dazu neigen, wie ein Konkursvorstand bis zur letzten Minute die Fahne hochzuhalten, stellt sich die Frage, was die Kanzlerin bewegt hat, ein solches Statement ausgerechnet heute zu geben.

Natürlich besteht die Gefahr, als Außenstehender allzu viel in solche Aussagen hineinzuinterpretieren. Aber betrachtet man den Trend der Aussagen, haben die Nachrichten von der Kanzlerin eine besondere Qualität.

2007 gab es nur eine vorübergehende Versteifung an den Kreditmärkten, 2008 war es nur eine Bank und alle Konten in Deutschland blieben sicher, 2009 wirkten keynesiasische Konjunkturprogramme und seit rund einer Woche handelt es sich um eine existenzielle Bedrohungssituation. Sogar Deutschlands Prinzipien der Geldpolititk wurden vergangenes Wochenende aufgegeben (Bericht vom 10.05.2010).

Wird die Linie eines solchen Trends weitergezogen, setzt nur die Phantasie grenzen, was dann alles passieren kann – und zwar jenseits herkömmlicher ökonomischer Theorien.

Es entstand der Eindruck, dass das Vertrauen in die Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik in den vergangenen zwei Jahren nicht berechtigt war. Denn mit jeder neuen schlechten Nachricht traten sie den Beweis an, dass sie nur den Ereignissen hinterher liefen.

Jeglicher Gestaltungsspielraum wurde ihnen aus den Händen genommen – obwohl sie stets beteuerten, dass sie die Situation im Griff hätten.

Das aktuelle Statement der Kanzlerin wirkt wie der letzte Satz, gesprochen unmittelbar vor einer Bankrotterklärung.

Dramatische Zeiten.

Kommentare

19 Antworten zu “Der letzte Satz vor einer Bankrotterklärung”

  1. GS sagt:

    Auch Portugal wurden 2009 Wahlen mit inhaltslosen Versprechungen gewonnen

    http://www.welt.de/wirtschaft/article7612627/Portugal-fuehrt-ueberraschend-eine-Krisensteuer-ein.html

    Mit der Erhöhung von Steuern und Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst provoziert die portugiesische Regierung ihre Wähler.

  2. H.S. sagt:

    @ GS:

    Der Eichelburg produziert seit Tagen Panik wegen einer bevorstehenden Währungsreform am kommenden Wochenende. Gibt es denn an der Börse ein entsprechendes Verhalten der Marktteilnehmer? Der alleinige Austritt Deutschlands aus dem Euro würde doch keinen Sinn machen, oder?

    • GS sagt:

      Anstieg von Edelmetallen, die seltsam bullischen Reaktionen bei Rohstoffen, z.B. Sojabohnen seit Wochen / Monaten und auch die Aktienrallye passen zu Turbulenzen bei Staatspleiten oder Währungsturbulenzen.

      Das seltsame ist, dass der Markt in diese Richtung geht, was bei starker Inflation, Staatspleite, Währungscrash zu erwarten wäre.

      Allerdings müsste unmittelbar vor einem Währungscrash oder bei dem, was Eichelburg erwartet, die D-Mark, der DAX eher bei 7.000 / 8.000 stehen. Wenn er das jetzt erwartet, erscheint es angesichts der milden Reaktion des DAX viel zu früh.

      Schlechte Nachrichten kann es geben, ja. Aber für die D-Mark dürfte es nicht reichen, vermute ich.

    • Tom22 sagt:

      Der Eichelburg ist eine sehr eigene Person. Er hat nicht unrecht, nur er verkündet jeden Tag den Untergang und er ist ein Rassist. Ist jetzt bös…, aber wir wissen ja was aus Österreich kommt…

      • dochasi sagt:

        ist mehr als bös-

      • GS sagt:

        Ich lese hier ungern solche pauschalen, oberflächlichen Urteile, die nicht begründet werden. Besser wäre es, wenn Sie die allgemeine Aburteilung “der Österreicher” zurücknähmen und sagen, was Sie konkret meinen. Außerdem wäre es bei solchen Statements von Vorteil, sich mit offenem Visier zu zeigen: Wer sind Sie?

        In einigen Dingen mag Eichelburg extreme Ansichten haben, die diskussionswürdig sind und mit denen man nicht einverstanden sein muss – wobei ich gar nicht alles beurteilen kann, weil ich nur ab und zu dort lese – oder auch wochenlang gar nicht.

        Klar ist, dass er viele Dinge richtig eingeschätzt hat. Gelegentlich entsteht sogar der Eindruck, die Nachrichten würden nach seinem Drehbuch ablaufen, das er schon vor Jahren geschrieben hat.

        Zurzeit befindet er sich wohl in einer Art “Euphoriehoch”, weil er sich bestätigt fühlt. Dadurch wirkt er als Hasardeur, der es sich erlaubt, hemmungslos über alles zu schreiben.

        Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander. Aber ich respektiere ihn.

        http://trendgedanken.de/?p=399

        • tracko sagt:

          Habe ich aus Cues Blog
          Für mich sieht der Dienst-Mittwochagsverlauf aus, als wäre der Downmove beendet. Die Versuche die Indizes zum Handelsende weiter nach unten zu drücken, waren so zaghaft, dass ich ernste Zweifel an der Stärke der Bären bekomme. Ich sehe deutlich mehr Kaufdruck und sehe einige Intraday-Indikatoren, die für eine Fortsetzung der Erholung sprechen.
          – der http://stockcharts.com/h-sc/ui?s=$NYMO
          – der SPX hatfast 50 Tage MA bei 1.173,79 erreicht
          unterstützung wäre so die 1145 -aber was machen wir mit dem Gap das steht noch offen -erneuter anlauf über die 1173 mit ziel -1223 was als bullisch langfristig zu sehen ist .
          ..schauen wir mal
          @ GS ,sollten wir am 14.05 doch noch die 63xx im Dax sehen
          und im Mai neue Höchststände
          (oder kommt Sell Off Nr 2 )

          • GS sagt:

            Ich tippe eher auf fallende Kurse. Das passt zu den Indikatoren und antizyklisch zu den vielen Inflationsszenarien, die in den Medien herumgereicht wurden.

            Die DAX-Indikatoren sehen so bärisch aus, dass der Markt im Prinzip dem Euro folgen müsste.

            Die hohen Einfuhrpreise machen z.B. der Landwirtschaft schwer zu schaffen. Wenn dann auch noch Rohöl und Benzin ins Laufen kommen, kann der Euro weiter absacken und die Situation weiter verschlechtern.

            Man stelle sich vor, dass die EZB deshalb gezwungen wäre, die Zinsen zu erhöhen. Das hätte sie schon längst machen müssen. Aber wenn das nach dem 750 Mrd-Paket trotzdem noch kommt, wäre das Chaos perfekt.

            Unter 1,25 wird der Euro zum Abschuss freigegeben. Früher konnten wir immer ganz gelassen als Beobachter verfolgen, wenn der Rubel oder asiatische Währungen unter Druck gerieten und die Tagesgelder auf 10, 20 30 Prozent in die Höhe schossen.

            Diesmal könnte sich das Spektakel vor unserer Haustür abspielen. Es werden im Augenblock wohl zwischen Berlin, Paris, Brüssel und Frankfurt die Telefondrähte heiss klingeln.

        • Tom22 sagt:

          Um es auf den Punkt zu bringen!!! Der liebe Eichelburg (bin natürlich selbst Schuld!) hat im Okt.09 bekräftigt das die Deutsche Bank bald unter geht und hat einen PUT auf DB indirekt empfohlen. War sehr dumm, –hat mich aber recht viel Geld gekostet. Das mit dem Österreicher möchte ich natürlich zurücknehmen.Dennoch und das darf ich wohl sagen, er ist ein ….

          • GS sagt:

            Zum Glück haben wir hier auch optimistische Österreicher, die mitlesen und schreiben, was für die Ausgewogenheit der Statements unserer südlichen Freunde sorgt. :-)

            Aufs falsche Pferd zu setzen, passiert den größten Experten, Ökonomen, den Studierten und Nicht-Studierten.

            Frei nach Kostolany muss man mindestens einmal Pleite gewesen sein, um langfristigen Erfolg zu haben ;-)

            • Tom22 sagt:

              Stimmt. Das mit der Pleite ist Ein muss. Angefangen hat es wie immer, am Anfang viel Glück, dann Blut geleckt und gedacht; ich werde Reichhh! Nach einem brutalem Absturz…, …willkommen in der Realität. Daher sagte ich leztens, es ist sehr harte Arbeit.

  3. Fritz sagt:

    ich war schon zweimal Börsenpleite :-)

  4. GS sagt:

    Bilder von der D-Mark vom 14.05.2010 im Gelben Forum:

    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=163943&page=0&category=0&order=last_answer

    Quelle, Authentizität usw. unbekannt.

    • GS sagt:

      Fein, was man als Bastler mit einem schönen Programm heutzutage hinbekommen kann ;-)

      Es ist eine Menge Schrott im Netz unterwegs … Tendenz wachsend.

  5. john sagt:

    bin bei5746 mal long gegangen…..müsste jetzt doch mal eine gegenreaktion geben,waren reine angsverkäufe…..sl 20 cent unter einkauf

    • john sagt:

      nach unten ist aber noch vieles möglich,der absturz nach der zustimmung zum rettungspaket infolge der flucht von ausländischen investoren kann sich noch weiter fortsetzen.wenn hier in der eurozone so weitergewirtschaftet wird,dann kommen die investoren auch nicht zurück.

      • john sagt:

        spanien hat ja schon infolge der sparmassnahmen sein wachstum um 0,5%!!! gesenkt,andere staaten werden folgen.das schlägt sich bei den gewinnen der unternehmen sicher nieder,also bei erholungen ist jetzt bei mir immer short angesagt.

        • GS sagt:

          Viele Parameter für Gewinnschätzungen sind insbesodnere mit den Ereignissen der vergangenen Wochen durcheinander geraten.

          Die Börse müsste jetzt die Unsicherheit einpreisen.

          Ohne Commerzbank liegt das DAX KGV aus 2010+2011er Gewinnen bei 12,45.

          Bei schrumpfenden Gewinnen oder sogar Verlusten wäre ein KGV von 10 gegebenenfalls angemessener. Das würde Abwärtspotenzial von rund 20 Prozent für den DAX beinhalten.

          Kommen große Verluste durch den Ausfall von Forderungen dazu, was angesichts der Probleme gut möglich ist, wäre ein KGV von 7 oder 8 anzuvisieren. Das könnte den DAX sogar fast halbieren auf 2.500 / 3.000 Punkte.

          Aber ist schon klar: Immer dann wenn solche Kalkulationen beschrieben werden, ist das ein Zeichen von Pessimismus, könnte der Markt ein vorläufiges Tief markiert haben und steigen ;-)