Sachwerte und nachhaltige Geschäftsmodelle bevozugt

Die Wahl in Berlin und zuvor auch die Kommunalwahl in Niedersachsen sind die Indikatoren für den beschleunigten Wandel der Gesellschaft – bis hin zur Bedeutungslosigkeit einer etablierten “Wirtschaftspartei”, die FDP, und dem Erstarken alternativer Kräfte, die “Grünen Piraten” (Grüne- und Piratenpartei).

Der Börse dürfte die Entwicklung zunächst nicht schaden, weil SPD / Grüne in Finanzkreisen gut vernetzt sind, wie die Entscheidungen in den Krisen 1998 und 2001 – 2003 beweisen. Beide Parteien folgen den Wachstumsargumenten der Wirtschaftsentwicklung. Weil sie zusätzlich soziale Komponenten betonen, erscheint es denkbar, dass die Mittelzuflüsse in Richtung Konsum / Wirtschaft weitergehen.

Auch dürfte der Druck auf die anderen Parteien, die Regierung, von allen Seiten zunehmen, damit das “perpetuum mobile” der Finanzindustrie weitergeht oder sich sogar noch beschleunigt.

Der Popularitätsverlust der Regierungsparteien könnte weiterhin für überraschende Wendungen in vielfältiger Hinsicht sorgen – ebenfalls Kennzeichen des Wandels.

Für Anlageentscheidungen bedeutet das: Die Geldentwertung dürfte sich fortsetzen. Die Verteuerung und Verknappung von Waren, Sachwerten, Nahrungsmitteln, materiellen und personellen Ressourcen könnte weitergehen.

Zum Wochenbeginn könnten die Märkte auf die nahe Zahlungsunfähigkeit von Griechenland und andere Streitigkeiten reagieren. Auch die Verluste der UBS könnten Abgaben auslösen.

Für das Moving Markets Depot bedeutet das: Die erwartete Inflationierung bleibt ein Thema. Mit der nächsten Schwächeperiode suche ich nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt. Dabei werden Sachwerte und Geschäftsmodelle auf Basis zukunftsfähiger Nachhaltigkeit bevorzugt – idealerweise verbunden mit hohen Eigenkapitalquoten.

Kommentare

14 Antworten zu “Sachwerte und nachhaltige Geschäftsmodelle bevozugt”

  1. Alan sagt:

    Netter Blog, gefaellt mir sehr. Auch nette Themen.

  2. Stück für Stück schiebt sich die Finanzkrise vorwärts: Nach der Herabstufung von Italien dürften auch andere Staaten mit ihrer Bonitätsverschlechterung rechnen, z.B. USA, die mindestens so schlecht dran sind wie die Italiener.

    Dadurch rückt der Zeitpunkt näher, dass Aktien dauerhaft die bessere Anlage darstellen und die Marktteilnehmer deshalb aus Staatsanleihen aussteigen.

    Allerdings zeigen die Indikatoren von Moving Markets erst zu rund 65 Prozent aufwärts. Eine inflationsgestützte und/oder von Kapitalflucht geprägte Aufwärtsbewegung ist noch nicht erkennbar. Ein Rücksetzer des DAX wird voraussichtlich benötigt, um die Kaufsignale zu vervollständigen.

    • KFEB sagt:

      Kurzstatement zu den Märkten:
      1. Anleger warten auf US-Notenbank
      Ich gehe nicht davon aus, das den Notenbanken FED, EZB) neue Wunderdinge zur Ankurbelung der Konjunktur einfallen. Die Geldpolitik (Notenbanken) und die Fiskalpolitik (Regierungen) haben ihr Pulver bereits in der ersten Phase der Finanzkrise verschossen.
      Es ist ja keineswegs sicher, dass die US-Notenbank neue Maßnahmen ergreift. Erst wenn die US-Wirtschaft tatsächlich in eine Rezession schlittert, dann müsste etwas getan werden. Deshalb sollten sich die Anleger darauf einstellen, dass die Notenbanken (FED, EZB) ihren Instrumentenkasten nur im äußersten Notfall öffnen.
      Die Anleger sollten sich darauf einstellen, dass Konjunktur und Aktienmärkte selbst eine Stabilisierung finden. Eine neue Erfahrung für Anleger, aber die Märkte werden es schaffen. Nur es dauert etwas länger.
      2. Blicken die Unternehmen zu optimistisch in die Zukunft?
      Die Aktienmärkte sind eingebrochen, spannend wird es wie die Unternehmen berichten werden.
      Wenn ich an Frühjahr 2008 denke, die Unternehmenszahlen waren gut und die Gewinnaussichten stabil. Auch damals sanken die Frühindikatoren, es folgte eine Rezession. Achten wir auf die Aussagen der Unternehmen bezüglich Gewinnwarnungen.
      Optimisten werden einwenden, dass diese Entwicklung bereits am Aktienmarkt eingepreist sei. Dagegen kann man einwenden, dass in der Vergangenheit Gewinnrevisionen nicht mit steigenden Aktienkursen einhergingen. Vielmehr sind Gewinnwarnungen ein sicheres Indiz dafür sich auf die vorsichtige Seite zustellen, unabhängig davon, ob die Bewertung schon extrem günstig ist.

      • DOID niedrig – also weiter bärisch. So warte ich niedrigere Kurse ab.

      • Gestern abend gab es von der Fed mal wieder “linke Tasche, rechte Tasche”. So ein Kreislauf gefällt den Junkies an der Börse nicht. Sie wollen echte Geldspritzen.

        Sie werden sie bekommen, weil sie sich damit auskennen, die Entscheidungsträger vor sich herzutreiben: Ein paar Wochen mit schwacher Aktienbörse könnten ausreichen, um die Gelddruckmaschine in Gang zu setzen.

  3. Talfahrt geht weiter, neue Tiefs möglich – aber bleibe dabei

    DAX 10.000 in den nächsten 12 – 18 Monaten ist wahrscheinlicher als DAX 3.000.

    Es kommt auf den unteren Umkehrpunkt an, der hier herausgearbeitet werden soll. Dazu fehlen ein paar aufwärts zeigende Indikatoren, die ggf. mit einem Rutsch unter 5.000 nach oben drehen.

    • der_mit_dem_dax_tanzt sagt:

      Gib es schon Neuigketen vom DOID? Den die Umsätze obwohl der Dow mit 3% im Minus begonnen hat sind noch recht klein.

      • DOID ist immer noch im Baisse-Modus. Offenbar stehen die Profis an der Seitenlinie oder sogar auf der Verkäuferseite.

        Mal sehen, was der Tag heute bringt.

    • derindianer sagt:

      Der Dax dürfte seine derzeitige, natürliche Grösse zw. 4000 und 4500 haben. Meiner Meinung nach wird hier schon seit geraumer Zeit ein Softlanding praktiziert. Heute fand „Rule 48“ (faszinierend welche Regeln plötzlich auftauchen) im Dow Anwendung, welches seit der Einführung 2007 nur selten passierte. Auch hatten wir vor Monaten eher moderate Kursbewegungen (1-2 Prozent), in den letzten Wochen ähnlich 2008 wieder Tagesbewegungen von bis zu 6-7% im Dax. Unkontrolliert könnte der Markt nicht ein unteres, anvisiertes Ziel finden, dass uns aus meiner Sicht noch bevorsteht. Da dürfte noch was im Busch sein.

      • Ja, gut möglich. Das niedrige durchschnittliche Ordervolumen kann auch bedeuten, das Versicherungen ihre Aktienquoten reduzieren (müssen), weil sie wissen, was da noch bevorsteht.

  4. der_mit_dem_dax_tanzt sagt:

    und gekauft ?.. ich warte noch etwas