Kriege und billiges Geld lassen Preise für Rohöl steigen

Auf Peak-Oil .com gab es am 27.08., vor der neuen Syrien-Diskussion mit militärischem Eingreifen der USA, folgenden Gedankenaustausch zur Preisentwicklung von Rohöl:

Gert Schmidt sagt:
27. August 2013 um 01:13

Als Mit-Schreiber am Peak Oil-Barometer möchte ich mich auch mal wieder zu Wort melden, denn es gibt interessante neue Gegebenheiten.

In der langen Phase der Konsolidierung erhöhten sich die Börsenumsätze während der Talfahrten, was in den Frühjahren 2012 und 2013 auf die Stabilisierung bei 100 USD hinwies.

Auf dem ermäßigten Niveau gab es verstärkte Kaufbereitschaft, was die Kurse anschließend klettern ließ.

Der Anstieg bei Brent Oil war begleitet von niedrigen Umsätzen, was aus dem Blickwinkel der Markttechnik für den intakten Aufwärtstrend spricht.

Meine These ist, dass die Preise aufgrund der Inflationierung der Vermögenswerte steigen.

Das wäre dann gegeben, wenn die Notierungen bei moderaten Umsätzen und mit verhaltener Stimmung ohne Euphorie stetig weiter steigen, weil

a) die Kaufkraft vorhanden ist und

b) Investmentgesellschaften sorglos investieren können, weil sie von den Regierungen gestützt werden.

Aktuell haben wir bei WTI und Brent die markttechnischen Voraussetzungen dafür: Ohne Überhitzungssignale ziehen die Preise an.

Habe deshalb das Preisrisiko-Barometer das erste Mal seit Sommer 2012 wieder einen Tick angehoben:

http://www.peak-oil.com/peak-oil-barometer/preisrisiko-barometer-indikatoren

Norbert Rost sagt:
27. August 2013 um 06:13

Hallo Gert.

Ich will wegen des Barometers nochmal nachfragen. Derzeit zeigt es an: Hohes Preissteigerungsrisiko für die kommenden 12 Monate. 40% ist der angegebene Wert. Bei einem derzeitigen Brent-Preis von 110 US$ wäre das eine Preissteigerung um 44 US$, also mithin 154 US$ als Zielmarke.

Ist diese Interpretation korrekt?

Gert Schmidt sagt:
27. August 2013 um 07:13

Ja, Norbert, das halte ich für möglich.

Die Begründung ist, dass die mehrjährige Seitwärtsbewegung eine Konsolidierungsphase darstellt und die Markttechnik aus Brent/WTI/Benzin/Diesel/Erdgas, Umsätze, Indikatoren, Chartanalyse einen Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung erlauben würde.

Bei Überwindung der 2011er Hochpunkte wären die 2008er Kurse das nächste Ziel.

Da die Heilung der Finanzkrise darin gesucht wird, Wachstum anzuschieben und die Ressourceneffizienzprogramme mit verkürzten Wertschöpfungsketten allenfalls angedacht sind, könnte das sogar funktionieren.

Deflationäre Depression scheidet aus und wird von den Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Gesellschaft, den Institutionen bekämpft.

Das Anstreben von Wohlstand weltweit, um Unruhen zu vermeiden und der Wachstumszwang des Zinses zwingt die Notenbanken und Regierungen, das Rad immer größer werden zu lassen – einschließlich der steigenden Fallhöhe.

Kollaps also frühestens nach einer erneuten inflationären “Blütezeit”, in der auf Kosten nachfolgender Generationen gewirtschaftet und konsumiert wird.
Antworten

Gert Schmidt sagt:
27. August 2013 um 07:30

Dazu ergänzt: Die letzte Bewertung des der Markttechnik erfolgte im August 2012:

http://www.peak-oil.com/2012/08/rohol-preise-im-aufwartstrend-seitwartsbewegung-konnte-enden/

Verglichen mit der Situation vor zwölf Monaten ist die aktuelle Entwicklung noch deutlicher aufwärts zeigend.

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Umweltzerstörung  auf Kosten nachfolgender Generationen

Ecuador wird im tropischen Regenwald nach Öl bohren, Menschen vertreiben, Regenwald abholzen, Schwermetalle an die Erdoberfläche bringen und Lebensräume vergiften, viel Geld verdienen und den Industrieländern die schwarze Droge Erdöl ausliefern.

Die Lösung besteht darin, die Verbräuche von Energie — insbesondere Erdöl — zu reduzieren.

Rund 75 Prozent des geförderten Öls wird für Transportenergie genutzt.  Lange Wertschöpfungsketten, fehlende Wertschätzung des lokalen Handwerks und des regional  produzierenden Gewerbes und die Neigung der Konsumenten, billigeinzukaufen, das Zins-Geldsystem tragen im Wesentlichen dazu bei, dass Ressourcenkriege geführt und Lebensräume zerstört werden.

Nachfolgende Generationen werden uns fragen, was unser persönlicher Beitrag dazu war und welche Rolle gesellschaftliche und systemische Bedingungen spielten. Wir haben täglich die Freiheit zur Entscheidung. Der damit verbundenen Verantwortunggerecht zu werden, ist unsere Aufgabe.

Auf dem Raumschiff Erde ist die Menschheit das Personal, nicht die Passagiere.