Quartalsupdates Juli – September 2014

Vom Gastautor KFEB

Die Welt wird geopolitisch komplexer.

Momentan haben wir drei Quellen für geopolitische Ereignisse, welche die Finanzmärkte beeinflussen können:

– Irak, höhere Rohölpreise, Bedrohung für die Erholung der Weltwirtschaft,
– Russland und Ukraine, russische Sanktionen können einen Wirtschaftskrieg auslösen und das Wachstum im Euroraum negativ beeinflussen
– Finanzkrise China, fallende Immobilienpreise, drohende Zahlungsausfälle, eine Bankenkrise in China welche das globale Finanzsystem erschüttern kann.

Dazu kommt, die Supermacht USA kann und will sie nicht mehr alleine kontrollieren!
Der Grund dürfte darin liegen, dass die USA sich in einer sinkenden Abhängigkeit zu ausländischen Energiequellen befinden.

Was sagen die Märkte zu diesen Risiken?

Man kann feststellen, dass sich die Anleger sorgen um die Auswirkungen geopolitischer Krisen, aber die Märkte oftmals nicht darauf wirklich reagieren.

Wichtig ist den Wandel zu erkennen. Die Entwicklungen in der Welt werden nicht nur von den Großmächten wie USA, Russland, China… bestimmt, sondern zunehmend auch von nichtstaatlichen Akteuren.

Aber was bedeutet das für die Finanzmärkte?

Den Focus sollte man aber weiterhin auf Inflationserwartungen, Konjunktur und Notenbankpolitik legen. Geopolitische Entwicklungen sind weiterhin im Auge zu behalten.

Momentan zwingen die Notenbanken die Anleger zum Überdenken ihrer Anlage-investments.
Volatilität, Optimismus, Kredithebelung der Investments, all das ist schon ausgereizt.
Schon ein geringer Anlass aus den geopolitischen Risiken könnte aber das Potential haben, dass die Märkte sich der Realität stellen müssen.
Aber viel wichtiger als die Sorgen um die geopolitischen Risiken sollte man nicht aus den Augen verlieren, was langfristig entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung der Kurse hat.
Und das ist – keine Überraschung – die Politik der Notenbanken!

Ist der Höhenflug der Märkte das Ergebnis eines ganz bewusst ausgedachten und bis daher außerordentlich erfolgreichen Plans von Notenbanken und Regierungen, das Verhalten der Marktteilnehmer zu formen, sie in Anlagen mit höherem Risiko, als sie eigentlich einzugehen bereit waren, zu leiten und mit den aufgeblähten Preisen die Lücke zwischen der gewünschten und der realen Wirtschaftslage zu schließen?

Werden wir Anleger nur weiterhin moderate Schritte zur Straffung der Geldpolitik sehen, also eine langsame Normalisierung begleitet von niedrigen Wirtschaftswachstum und Inflation?

Wie die Entfremdung zwischen Realwirtschaft und Finanzmärkten gelöst wird, das kann spannend werden.

Natürlich gibt es noch weitere Risiken, die neben der oben erwähnten Risiken (Geopolitik, Politik der US-Notenbank) die Märkte beeinflussen:

– Inflationsangst
– Rückgang des Gewinnwachstums

Natürlich leben wir nicht in einer Welt der berechenbaren Risiken. Neben der Wahrscheinlichkeitstheorie haben wir die Ungewissheit, und diese ist nicht berechenbar.
Deshalb sollte man einen Werkzeugkasten haben, aus dem man eine Strategie auswählt, die in der jeweiligen Situation angewendet werden kann.

Und nun zu den Märkten:

Datei Quartalsupdate – September 2014 Konjunktur

Die Weltwirtschaft erholt sich zwar, doch das Wachstum ist im historischen Vergleich sehr schwach.
Kommt die Inflation? Ist die US-Wirtschaft schwächer als wir denken?
Soll die US-Notenbank ihren Kurs verschärfen?
Ich wische den Staub von meiner Kristallkugel für einen Ausblick ab.

Datei Quartalsupdate Juli – September 2014 Aktien Teil I

Aktienmärkte verlieren an Dynamik! – Die Luft wird langsam dünn

Die US-Notenbank pumpt immer noch Milliarden in die Märkte. Das billige Geld hat die Märkte aufgeblasen. Auch dem Weltindex S&P 500 scheint langsam die Luft auszugehen.

Was bedeutet das für den Anleger:

Sowohl der DAX als auch der S&P 500 arbeiten an einem zyklischen Hoch. Der Unterschied ist das der DAX das zyklische Hoch etwas früher macht als der S&P 500.
Beim S&P 500 rechne ich im August 2014 mit dem zyklischen Hoch, beim DAX könnte es 2-3 Wochen früher liegen.
Nach dem zyklischen Hoch erwarte ich einen zyklischen Tiefpunkt für den S&P 500 im Oktober 2014.

Datei Quartalsupdate Juli – September 2014 Aktien Teil II

Bahnt sich etwas Großes an?
Eine wichtige Entscheidung nach EW steht für das 3. Quartal 2014 an; welche EW-Variante des S%P 500 (bearisch oder bullisch) setzt sich durch.
Dazu passt, dass sich zwei Indikatoren im Extrembereich befinden: Volatilitätsindex VIX (S&P 500) Angstindikator nahe Allzeittief, also keine Angst.
Der SkEW-Index (erfasst weit aus dem Geld liegende Put-Optionen) ist auf einem hohen Niveau.
Interessant ist, dass das Ratio (SKEW/VIX) einen noch nie dagewesenen Extremwert erreicht.
Das Ganze kann man nun unterschiedlich interpretieren:
Bullisch, diese Put-Optionen sind nur eine Absicherung von Longpositionen für den Fall der Fälle.
Bearisch, das Vertrauen der Finanzmärkte, dass alles so weiter geht wie bisher ist extrem hoch.
Einigen wird es mulmig, ein negatives Großereignis könnte dieses Vertrauen erschüttern, deshalb der hohe Bestand an weit aus dem Geld liegenden Put-Optionen.

Ich denke die kurzfristigen Absicherungsgeschäfte überwiegen.

Datei Anlage A zu Quartalsupdate Juli – September 2014 Aktien Teil II

Ausblick auf die Finanzmärkte – die letzte Phase des Aktienmarktzyklus.

Nachhaltige Entspannung oder trügerische Ruhe?

Die Signale von den Kapitalmärkten sind momentan widersprüchlich wie selten.

Die großen Schwellenländer, Wachstumslokomotiven des vergangenen Jahrzehnts, schwächelten wirtschaftlich. Gleichzeitig schienen Japan, Europa und Nordamerika langsam aus ihren jeweiligen Krisen herauszukommen. Es sei schwer zu sagen, welcher Effekt überwiege. Zudem gehe 2014 wahrscheinlich zumindest in den USA die Phase extremer Niedrigzinsen zu Ende. Das kann an den globalen Aktienmärkten zu Turbulenzen führen – oder auch nicht.

Gemessen an Vergleichsgrößen wie dem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) erschienen die Aktienmärkte das erste Mal seit 2007 nicht mehr billig. Allerdings seien die Bewertungen noch weit von den Größenordnungen entfernt, die während der Spekulationsblase 2000 zu verzeichnen waren.

Was bedeutet das für den langfristigen Anleger:

Sowohl der DAX als auch der S&P 500 arbeiten an einem zyklischen Hoch. Der Unterschied ist das der DAX das zyklische Hoch etwas früher macht als der S&P 500.
Beim S&P 500 rechne ich im August 2014 mit dem zyklischen Hoch, beim DAX könnte es 2-3 Wochen früher liegen.
Nach dem zyklischen Hoch erwarte ich einen zyklischen Tiefpunkt für den S&P 500 im Oktober 2014.

Kommentare

  1. KFEB meint

    Update zu Quartalsupdates Juli – September 2014

    Kurzkommentar zum Markt: Boom oder Crash?

    Was sagt die EW-Technik?

    a) Langfristig (> 1 Jahr) Bullenmarkt

    Der S&P 500 erreichte am 24.07.2014 mit 1987,98 Punkten (Tagesschlusskurs) sein bisheriges Jahreshoch.
    Mit dem darauffolgenden Rückgang ist noch keine Entscheidung zwischen den langfristigen EW-Modellen (bearisch/bullisch Quartalsupdate Aktien Teil II) gefallen.
    Erstaunlich dass das Zeitfenster (ende Juli 2014) für die bearische Variante eingehalten wurde!
    Somit sind beide Varianten noch im Spiel und es wird abgewartet, ob der Höchstkurs des S&P 500 nach der bullischen Variante noch überschritten wird.
    Favorisiert wird weiterhin die bullische Variante nach EW.
    Ab welchen Punktestand im S&P 500 wird die bullische Variante verworfen?
    Wenn der S&P 500 seinen jetzigen Abwärtstrend fortsetzt und 1814 Punkte unterschreitet.

    b) Mittelfristig (bis zu 3 Monate) Abwärtstrend

    Das EW Modell S&P 500 bullische Variante wurde aktualisiert.

    http://workupload.com/file/74YC3CnT

    Momentan läuft die Welle 5 der Zeitebene Zwischenzyklus. Nach Abschluss der Welle 5 der Zeitebene Zwischenzyklus ist die Primärwelle III im S&P 500 vollendet!
    Für die Vollendung der Zeitebene Zwischenzyklus fehlen noch die untergeordneten Wellen 4 und 5 der Zeitebene Minderzyklus. Von der Zeitebene Minderzyklus sind 3 Wellen vollendet. Momentan läuft Welle 4 der Zeitebene Minderzyklus. Welle 4 ist noch nicht bestätigt, der Kursrückgang kann auch nur die Welle a der Korrekturwelle 4 (abc) sein. Erwartet wird, dass der S&P 500 die Korrektur zwischen 1901 und 1929 Punkten beendet. Wenn nachfolgend 1956 Punkte im S&P 500 überschritten werden, ist Welle 4 der Zeitebene Minderzyklus bestätigt.

    EW- Modell DAX

    Anders ist die Situation beim DAX. Dieser hat am 3. Juli 2014 mit Tageschlusskurs bei 10029,43 Punkten die Primärwelle III vollendet.
    Der laufende Kursrückgang von über 800 Punkten ist bereits Teil der Primärwelle IV.
    Welche Korrekturform (ZigZag abc….) sich ausbildet, ist noch abzuwarten.
    Für den Fall einer abc-Korrektur (ZigZag) könnte der DAX bis 9600/9800 Punkte oder auch noch gültig, aber wenig wahrscheinlich das alte Hoch in Form einer überschießenden b-Welle überbieten. Das wird stark abhängig sein vom Verlauf des S&P 500.

    Zusammenfassung:
    Der Kursrückgang kam nicht überraschend, nur das Ausmaß des Rückgangs im DAX von über 800 Punkten in kurzer Zeit ist ungewöhnlich.
    Man kann nicht ausschließen, dass der eine oder andere Brandherd (globale politische und makroökonomische Faktoren) explodiert und eine unkontrollierte Reaktion an den Märkten hervorruft.
    In diesem Falle würde der DAX sicherlich bis 8200 Punkte korrigieren.
    Das wahrscheinlichere Szenario ist, kurzfristig sind wir überverkauft, Stabilisierung wird erwartet.
    Nach dem EW-Szenario des S&P 500 geht es dann noch einmal aufwärts. Spannend wird es dann, ob diese letzte Welle neue Höchststände im S&P 500 bringt. Auch eine „Versagerwelle 5“ ohne neues Hoch ist möglich.

    Wir haben jetzt über 5 Jahre Bullenmarkt. Die Notenbanken und die Regierungen haben alles getan, um einen Zusammenbruch zu verhindern. Herzstück ist die Nullzinspolitik, welche die Dynamik der Verschuldung bremsen soll, aber dafür in erheblichen Umfang neue Fehlanreize setzt.
    Die wichtige Botschaft ist, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen nicht für einen ausgeprägten Kursrückgang sprechen, sondern dass wir weiter an einer Mauer der Angst nach oben klettern.
    Die EW-Modelle (langfristig und mittelfristig) bestätigen noch kein Ende des Bullenmarktes.