Strategieupdate – EU-Schuldenkrise zurück, Ausblick auf Aktienmärkte Ende 2012

Eine Nachricht von der Invest 2012 in Stuttgart hat mich veranlasst über die weitere Entwicklung des DAX bis zum Jahresende 2012 nachzudenken.
Die Privatanleger auf der Invest 2012 in Stuttgart (27.04-2012 – 29.04.2012) sehen laut einer Umfrage
a) die Aktienmärkte im weiteren Verlauf positiv (45% der Privatanleger) und den DAX bis Ende 2012 zwischen 7000 bis 7500 Punkte.
b) die EU-Schuldenkrise ist noch nicht ausgestanden (81% der Privatanleger).

Ich habe mir die Mühe gemacht, die EU-Schuldenkrise etwas näher zu betrachten und anschließend einen Ausblick auf die Aktienmärkte bis Ende 2012 zu wagen.

Ich komme zu folgenden Ergebnis:

EU-Schuldenkrise schwelt weiter, Lösung in naher Zukunft nicht zu erwarten (Übereinstimmung mit Privatanleger Umfrage Invest 2012)

Hinweis: Siehe auch Strategieupdate- Gedanken zur EU-Schuldenkrise vom 12.12.2011 ( http://trendgedanken.de/?p=3021)
Die Rezession in der Eurozone hat schon in einigen Ländern Einzug gehalten. Die Sonderrolle Deutschlands wird nicht zu halten sein. Die Outperformance Deutschlands gegenüber den Euro-Südländern ist gefährlich. Das Enttäuschungspotential entsprechend hoch.

Bezüglich der Entwicklung der Aktienmärkte bis Ende 2012 komme ich zu keinen erfreulichen Ergebnis (keine Übereinstimmung, Privatanleger Invest 2012 zuversichtlich).

Mir ist klar, das Ergebnis meines Strategieupdates bezüglich des Ausblicks für die Aktienmärkte Ende 2012 ist momentan nicht mehrheitsfähig.

Noch ein kurzes Wort zu Anlegergruppen (bzw. Mischformen) Trader und Investor:

Trader nutzen kurzfristige Kursschwankungen um Gewinne zu erzielen. Fundamentale Daten interessieren diese Anlegergruppe weniger. Sie orientieren sich an Kurschart und aktuellen Trend.

Investoren achten auf Fundamentaldaten, behalten aber auch Kurschart und Trend im Auge. Wichtig ist für diese Anlegergruppe, ob sich die fundamentalen Kennzahlen verbessern. Jeder Kursrückgang bei Verbesserung der fundamentalen Daten ist eine willkommene Kaufgelegenheit.

Datei Strategieupdate – EU-Schuldenkrise zurück, Ausblick auf Aktienmärkte Ende 2012

Kommentare

19 Antworten zu “Strategieupdate – EU-Schuldenkrise zurück, Ausblick auf Aktienmärkte Ende 2012”
  1. der_mit_dem_dax_tanzt sagt:

    Ind. bei 6377 vorbörslich. Kauf weiterer Calls auf den Dax

    • Gert Schmidt sagt:

      Dass die Schuldenkrise uns erhalten bleibt, scheint allseits Konsens zu sein.

      Als antizyklische Interpretation leite ich daraus ab – insbesondere aufgrund der Wahlergebniss in Griechenland und Frankreich: Die Schuldenbildung wird munter weitergehen bzw. ausgebaut.

      Es ist politisch nicht gewollt, Sparen durchzusetzen. Denn das würde Deflation, Rezession und Implosionen von Bilanzen verursachen.

      Damit dürfte den Anleihe-, Aktien- und Rohstoffmärkten weiterhin reichlich Kapital zur Verfügung gestellt werden. Die inflationäre Spekulationsblase dürfte dadurch ausgebaut werden.

      Das hat zwar eine Verschlimmbesserung zur Folge, insbesondere auch, was die Explosion von Energie- und Nahrungsmittelpreisen angeht. Aber das ist den Verantwortlichen immer noch lieber als die Gefahr, dass es zu Schrumpfungsprozessen kommt.

      Deshalb: Den Rückschlag des DAX bewerte ich als als Drohgebärde der drogensüchtigen Diva “Börse”. Sie wird die nächste Geldspritze bekommen.

    • Gert Schmidt sagt:

      Den Kauf von Calls halte ich für verständlich.

      • der_mit_dem_dax_tanzt sagt:

        Ja etwas zu früh vielleicht, wenn man bedenkt das noch unvorhergesehene Dinge eintreten könnten.

        Aber bemerkenswert ist mittlererweile auch das die grösseren europäischen Aktien Indizes eine grössere Differenz zum Dow Jones aufgebaut haben und hier kaum folgen können.

        Vielleicht sind etwas schwächere Phasen genau richtig um etwas Boden gut zu machen zu den Amerikanern deshalb bin ich weiterhin optimistisch.

  2. KFEB sagt:

    Zwei Beiträge zu den Märkten

    1.Trading
    Mr. Market hat wieder eine fiese Nummer abgeliefert. Am Montag 7.05.12 zeigte er trotz der Nachrichten aus Frankreich und Griechenland Stärke. Am Dienstag 08.05.2012 ein Abverkauf aus dem Nichts. Aus den Berichten vieler Trader in den US-Blogs konnte man lesen, dass viele Trader auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Der Aussetzer auf Xetra passte dazu ins Bild. Die Begründung technische Panne, finde ich nicht plausibel, wo sind dann die Backup-Systeme? Wahrscheinlich waren es andere Gründe. Ich kann nur Vermutungen anstellen (Schieflage einer Bank, Positionsschieflagen von großen Adressen?). Ich erinnere nur daran, dass im Direkthandel mit bestimmten Emittenten bei schwierigen Marktlagen kein Handel möglich war, manchmal auch für längere Zeit, was dann im Trading zu Verlusten oder entgangenen Gewinnen führte.
    Wenn die Krise erst richtig losgeht dürfte es öfter zu längeren Handelsunterbrechungen kommen. Seien Sie deshalb auf der Hut und überlegen genau welche Instrumente Sie einsetzen.

    2. Aktienmärkte
    Wie weit kann die momentan laufende Korrektur gehen.
    Dazu habe ich mir den SP 500 angesehen.
    Wellengrad Minderzyklus Welle 3 (Wellengrad darüber Zwischenzyklus) läuft seit Oktober 2011, Abschluss am 12. April bei 1422 Punkte. Die anschließende Korrekturwelle 4 dürfte eine Spanne von 90 – 110 Punkten haben. Die Fibos 38% (1322) und 50% (1291) sind mögliche Zielbereiche (1291 – 1322).
    Zeitlich sollte die Korrekturwelle 4 Ende Mai/Anfang Juni 2012 enden. Dann folgt eine kurze Welle 5. Zielbereich 1498 Zeitfenster Mitte Juli – Anfang August 2012.
    Die Ziele im DAX grob errechnet: Korrekturwelle ca. 6120 -6220, danach 7000 – 7100 DAX-Punkte.
    MoB für dieses Szenario ist bei 1277 – 1291 im SP500.Werden diese Zielbereiche unterschritten, ist die EW-Zählung neu zu überprüfen.
    Die Schwäche bei Gold ist bemerkenswert. Eigentlich sollte Gold bei schlechten Nachrichten und negativer Realverzinsung steigen. Hoffentlich wird es nicht so wie 2008, als alle Anlageklassen unter Liquiditätsentzug gelitten haben.
    Was mir momentan noch auffällt, ist die geringe Schwankungsbreite des Währungspaares E/USD. Es wird einen Ausbruch in die eine oder andere Richtung geben.

    • Gert Schmidt sagt:

      Ja, es war schon auffällig, dass in der kritischen Situation technische Pannen auftraten. Das zeigt uns: Der Markt ist abhängig von Spielregeln, die nicht der Investor vorgibt, sondern spontanen Entwicklungen unterliegen kann – wie im Großen, so im Kleinen.

      So etwas verunsichert zusätzlich – und die Profis haben die schlechte Stimmung genutzt und mutmaßlich weiter eingesammelt.

      Denn: Die Moving Markets Indikatoren zeigen für Aktien aufwärts (sogar bullisch) und für den Bund Future abwärts.

      http://www.movingmarkets.de/?page_id=1791

      Damit läuft die Entwicklung auf den Eurobond zu. Deutschland wird höhere Zinsen bezahlen müssen. Das ist der Preis für das Anschieben von politisch initiiertem Wachstum in Europa.

      Merke: Die größten Spekulationsblasen kamen immer durch staatliches Handeln in Gang. Mit dem Eurobond und der Förderung der Binnenwirtschaft könnte Hausse 2.0 starten.

      • H.S. sagt:

        @ GS: Ich verstehe Sie nicht. Der DOID ist doch in den letzten Tagen gesunken! Da sollen die Profis massiv gekauft haben? Und der Indikator “Trend Prognose Aktien” läuft doch bei Ihnen als Experiment! So selbstsicher wäre ich in Bezug auf eine startende Hausse aber nicht.

        • Gert Schmidt sagt:

          DOID: Blieb auf viel höherem Niveau. Klar, der Aufwärtstend des Indikators ist gebrochen. Aber das passt zur DAX-Bewegung. Wichtig war, dass der Indikator vorher mit dem DAX nach oben ging und jetzt immer noch relativ weit oben steht. Eine Aufwärtstrend-Bestätigung gibt es, wenn DOID mit dem DAX zulegt. Das wäre als nächstes zu beobachten.

          Dass die Profis kaufen, entnehme ich dem “Beta und Rendite hoch” und “SSI1 und SSI2″, die bullisch aussehen – praktisch wie in der Konsolidierung im November.

          http://www.movingmarkets.de/?page_id=1791

          Die Kurs Trend-Indikatoren für Anleihen und DAX bewerte ich als vollwertige vorauslaufende Indikatoren. Das Zusammenspiel passt gut. Der Aktien-Indikatore sieht jetzt wieder so aus, wie während der Bodenbildung im Herbst 2011. Seidem hat der DAX fast 2.000 Punkte zugelegt. Danach wäre in den nächstenh 12 Monaten ein neues Allzeithoch zu erwarten.

          Wirklich sicher kann man natürlich nie sein. Aber die Indikatoren passen zu den Nachrichten: Da wird mächtig Stimmung gemacht und die mutmaßlichen Insider kaufen jetzt, weil sie die Risiken gering bewerten. Sie gehen davon aus, dass die Staaten von ihren geplanten Sparkursen abgehen (animiert durch Griechenland und Frankreich) und weiterhin an der hohen Drehzahl des Geldes festhalten. Was die Bundesbank sagt, sind Worthülsen. Gehandelt wird an den Märkten anders. Es gibt keine “Falken” mehr unter den Entscheidungsträgern. Jürgen Stark ist weg, weil er das Ganze nicht mehr ertragen konnte. Er hat den Weg freigemacht zur inflationären Blase.

          • Gert Schmidt sagt:

            Da haben wir den Grund für überraschende Marktbewegungen und ggf. den Aussetzer im Xetra-Handel: JPMorgan Chase & Co. hat sich verspekuliert und seit April 1,5 Mrd USD verloren

            http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken/hohe-verluste-jp-morgan-verzockt-milliarden/6618256.html

            • john sagt:

              innerhalb von 6 wochen ist das schon eine menge kohle….das waren ja angeblich absicherungsgeschäft und jpmorgan ist ja dafür bekannt wenig risiken einzugehen.demzufolge muss es ja andere banken auch erwischt haben….bin ja mal gespannt was da noch folgt!!!

              • john sagt:

                bin heute,mal bei 6300 in longs rein…..denke mal es gibt bis freitag eine grösserer erholung…die longies sind zur zeit trotz steigender us-future noch vorsichtig…aber dann könnte es ganz schnell nach oben gehen…der markt ist ziemlich ausgebombt…

  3. KFEB sagt:

    Hallo, habe mich heute früh um 8.00 Uhr vorbörslich von meinen Short-Investment DAX getrennt, mit einem guten Gewinn (Einstieg DAX 6709,Austieg DAX 6222).
    Wie geht es weiter an den Märkten?
    Zuerst einmal ist heute kleiner Verfallstag. Zzudem sind die Märkte kurzfristig sehr stark überverkauft. Eine Reaktion nach oben im SPX bis 1340 könnte möglich sein. Im DAX kommt die 200-Tageslinie bei ca. 6180 ins Spiel, die einen weiteren Verfall bremsen könnte.
    Ich rechne noch bis Ende Mai mit einem volatilen Verlauf im DAX mit folgenden Kursgrenzen: 5900 unten im DAX und 6450/6500oben im DAX. Der weitere Kursverlauf hängt natürlich auch sehr stark von der Nachrichtenlage zur EU-Schuldenkrise (Griechenland, Spanien…) ab.
    Unter Beobachtung steht der Bundfuture (aktuell ca. 143,82, Rendite 10j Bundesanleihen 1,42%). Ich verfolge zwei Szenarien: Anstieg auf 145 bis 146 Punkte, 10 j Bundesanleihen dann unter 1% !) oder Abfall auf 140 Punkte wegen Vertrauensverlust in die Bonität Deutschlands wegen Austritt Griechenlands aus der Eurozone.
    Falls der Bundfuture das erste Szenario realisiert (BDF 145,146) werde ich ein Shortinvestment auf den BDF eingehen.

    • Schwallbacke sagt:

      Ich rechne ab heute in den nächsten 2-3 Wochen mit steigenden Kursen bis c.a. 6800.
      Man hat in letzter Zeit sehr viel herabgestuft und alles ist schon eingepreist. Es kann eigentlich jetzt nur noch nach oben gehen. Gehe wie schon erwähnt von einer relativ steilen Rallye aus.

    • H.S. sagt:

      Gestern hat unser Finanzminister erfolgreich eine 2jäjhrige Anleihe zu null Prozent Zinsen platziert und die Nachfrage war sogar noch größer als das Emissionsvolumen. Gleichzeitig sank der DAX. Wie paßt das zusammen? Warum schenken Großanleger dem Staat Geld und meiden den Aktienmarkt mit seinen deutlich höheren Renditechancen?

      • KFEB sagt:

        @H.S. vielleicht kann ich zu ihrer Beobachtung etwas beitragen:
        1. Siehe http://trendgedanken.de/?p=3036 Datei Quartalsupdate Zinsen April – Juni 2012
        2. Diese Divergenz zwischen Aktienmarkt und Rentenmarkt wird sich auflösen. Meine Meinung, der Rentenmarkt liegt längerfristig richtig.
        Begründung a) Griechenland, b) Gewinne der Unternehmen (USA) auf historischen Höchststand, Rückgang wahrscheinlich wegen Anstieg der Ertragssteuern wegen Wegfall von Steuerbegünstigungen ab 2013, c) Schuldenkrise EU, d) Rezession in Eurozone momentan mit Ausnahme Deutschland, wird sich noch weiter vertiefen, Rezession in USA ab 2013 möglich.
        Weitere mögliche Entwicklung Bundfuture BDF (momentan ca. 144,20) Anstieg bis ca. 144,69 (162% Ziel Wochenchart , bei weiterer Eskalation Ziel 148,49 (200% Ziel nach Wochenchart).
        Weitere Entwicklung Aktienmarkt (kurzfristig bis ca. Juli 2012), Anstieg des SP 500 bis in Zone 1355 – 1370 (DAX ca. 6500 – 6650).
        Schreiten die Notenbanken wieder ein:
        In der Eurozone bei weiterer Eskalation der Schuldenkrise möglich (EZB).
        In den USA wegen des Wahlkampfes um das US-Präsidentschaftsamt sehe ich momentan keine Eingriffe der US-Notenbank.
        Anlagestrategie: Momentan 100 % Cash (Kapitalerhalt ist momentan das wichtigste).
        Ist die Notierung im BDF eine eindeutige Übertreibung, wie sie es noch nie gegeben hat?
        Gut möglich, aber deshalb sollte man trotzdem momentan mit Short auf BDF vorsichtig sein.
        Und der Aktienmarkt ist momentan auch nur etwas für schnelle Trades.

  4. Marku G. sagt:

    @KFEB: vielen Dank für Ihren Kommentar – bitte weiter so

    • KFEB sagt:

      @Marku G., ja vielen Dank, werde mich weiter bemühen, die Leser dieses Blogs auf dem Laufenden zu halten.
      Eine Ergänzung zum Strategieupdate EU-Schuldenkrise – Die Uhr tickt bis zur nächsten Krise:
      a) Spanien, die verstaatlichte Bank Bankia benötigt 15 Mrd. Euro als Finanzspritze, größer als gedacht. Die Bankenprobleme werden die Regierung in Madrid dazu bewegen die EU um Hilfe zu bitten.
      b) Der Verlauf der Griechenlandkrise hat deutlich gemacht, den Versprechungen der Politiker ist nicht zutrauen. Die ökonomische Realität stimmt mit dem politischen Wunschdenken nicht überein.
      c) Rezessionssignale nehmen zu. Die Aussagen von Experten, es handle sich nur um eine milde Rezession, kann ich nicht teilen. Die nächsten Auswertungen der Frühindikatoren (Ende Mai, Juni, Juli) werden zeigen, ob der Abschwung der Wirtschaft harmlos ist.

      Eigentlich wollte ich ein Strategieupdate über den Nasdaq100, Aktie Apple und IPO Facebook erstellen. Damit wollte ich zeigen, wo die Treiber im der Technologie stehen mit ihren Auswirkungen auf die anderen Märkte. Doch ich befürchte, dass das nächste Strategieupdate wohl den Titel tragen wird: „Sturmwarnung an der Börse“.





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