Die vollautomatische Depotabsicherung mit CFDs
Ein Beitrag von Börsentiger, 6. Februar 2010, 10:49 Uhr · 8 Kommentare
Da ich hier z.T. ungläubiges Staunen, sarkastische Bemerkungen (wg. kurzfristiger DAX-Korrektur und meiner mittelfristigen Long-Ausrichtung) oder große Ängste (Marcel) beobachtet habe, werde ich anhand der aktuellen Ereignisse eine Anleitung für optimale Depotabsicherung publizieren und ich hoffe damit alle Unklarheiten beseitigt zu haben. Für CFDs ist allerdings die Termingeschäftsfähigkeit erforderlich und das könnte möglicherweise für den einen oder anderen zur Hürde werden.
Ich erkläre das Ganze anhand eines Beispiels:
Also ich rechne z.B. im DAX für die nächsten Monate mit steigenden Kursen.
1. Schritt Kauf ETF long auf DAX, Hebel 2 bei vorübergehender Marktschwäche. Das Papier liegt also im Depot und wartet auf bessere Zeiten. Theoretisch kann man unbegrenzte Zeit auf steigende Kurse warten.
2. Schritt. Absicherung des ETF gegen Marktschwäche oder Korrekturen im DAX mit CFDs (Contract for Difference)auf einer entsprechenden Online-Plattform.
Warum ausgerechnet CFDs? Weil man bei CFDs exakt im DAX-Chart mit 2 Mausklicks eine oder mehrere Orders platzieren kann. Man ruft also den DAX-Chart auf und zeichnet mit Hilfe des Programms am Bildschirm die Unterstützungslinien oder Pivot-Points oder die persönliche Verlusttoleranzschwelle, Angstschwelle oder was auch immer nach Lust und Laune und legt somit fest wie weit der DAX fallen darf, ohne dass etwas unternommen wird. Nun platziert man eine oder abgestuft mehrere Short-Limitorders unterhalb der Unterstützungslinie oder einer bestimmten Marke. Ganz wichtig: Nur mit engem Trailing Stop. Bei Trailing Stops wird das Limit stufenweise dem Kursverlauf nachgezogen. Wenn das erledigt ist, greift man nicht mehr ein. Man möchte ja auch einmal raus aus der Wohnung und nicht permanent vor dem Schirm sitzen. Außerdem gibt es Overnight-Gaps und überraschende Hiobsbotschaften, die niemand voraussehen kann. Ich setze generell mehrere Short-Limitorders d.h. je stärker der DAX-Absturz ist, desto mehr wird die Short-Ausrichtung verstärkt (the trend is your friend!). Durch die Trailing Stops laufen die Positionen solange in den Gewinn, solange der Absturz anhält. Kommt es zur Gegenbewegung werden die Positionen automatisch durch das Programm mit Gewinn glattgestellt. Wird die Unterstützungslinie nur kurz unterfahren, kommt es nur zu einem minimalen Verlust (wg. Trailing Stop), den man leicht verschmerzen kann. Natürlich muss man die Short-Absicherung am besten täglich neu eingeben und auch mit entsprechendem Abstand zu den aktuellen Kursen, damit die Sache nur im Notfall schlagend wird. Das muss allerdings jeder selbst herausfinden. Damit schläft man immer ruhig und Ängste gehören der Vergangenheit an. Diese Taktik sollte natürlich mit entsprechenden Positionsgrößen gespielt werden und nicht mit ein paar hundert Euro. Die Laufzeit bei CFDs ist unbestimmt und Shortpositionen sind wesentlich spesengünstiger als Longpositionen, weil ja keine Zinsen für eingegangene Positionen verrechnet werden (keine Finanzierungskosten!). Es hat sich bei mir bewährt bei dieser Taktik einen Hebel von 20 einzusetzen, weil man dabei nicht zu viel Kapital einsetzen muss.





Das Forum könnte in seiner öffentlichen Wirksamkeit überschätzt werden: Es gibt täglich und je nach Börsenphase nur rund 200 – 300 echte Leser .
Kann mir nicht vorstellen, dass dadurch eine Methode verstärkt und nicht mehr anwendbar ist. Beispiel: Selbst nach Berichten über marktenge Werte gab es keine Umsatzspitzen.
Mein Rückschluss: Der Anteil der Leser, der die Informationen einfach nur interessant und unterhaltsam findet, dürfte groß sein.
Hallo Börsentieger,
danke für die ausführliche Erklärung. Vielleicht kann Herr Schmidt eine Sammlung solcher Beiträge anlegen, wo wir blutigen Anfänger auch später nachlesen können.
Auch bei allen anderen Forumsteilnehmern möchte ich mich bei dieser Gelegenheit für die tollen Beiträge bedanken.
Mit freundlichen Grüssen, Georg
Über die Archiv-Funktion, die Suche hier auf der Seite (rechte Spalte unten; z.B. Suche nach CFD) und per Suchmaschinen-Suche lässt sich grundsätzlich jeder Artikel wiederfinden. Eine zusätzliche Artikelsammlung gibt es bisher nicht.
Letztendlich stehen in jedem Artikel der Autoren jede Menge Börsenweisheiten, so dass mir die Unterscheidung, was in eine Stoffsammlung gehört und was nicht, schwer fallen würde. Am besten ist: Intensiv lesen, mitdiskutieren, kritische Fragen stellen und verinnerlichen.
Außerdem ist es so, dass sich alles bereits Gesagte auch regelmäßig wiederholt, so dass Sie automatisch bei regelmäßigem Mitlesen die Vorgehensweise von Autoren und Kommentatoren kennenlernen.
Auch wenn ich in diesem Fall keine positive Antwort gebe: Grundsätzlich bin ich natürlich immer an neuen Ideen für die Trend Gedanken-Plattform interessiert. Sie gestalten aktiv mit.
danke für die schöne erklärung börsentieger.
haben sie eine favorisierte cfd plattform? habe mir einige angeschaut bin aber immer noch unentschlossen. trailing stops setzen zu können scheint nicht überall standard zu sein.
verstehe ich ihren artikel richtig, dass sie short orders dichter gestafelt oder mit größeren stückzahlen setzen, je weiter sie vom aktuellen kurs entfernt sind?
ich kann Börsentiger nur bestätigen – auch ich trade mittlerweile ausschließlich über CFDs. Vorsicht jedoch: es gibt Anbieter, die eine Nachschusspflicht im Programm haben. Dann kann äußerst unangenehm werden. Es gibt aber auch Anbieter, bei denen kann man nicht mehr verlieren, wie das, was auf dem Konto ist. Das ist ideal.
CFDs sind sehr flexibel, vor allem bei der Order-Definition. Take-Profit und SL können bereits bei der Orderaufgabe bekanntgegeben werden. Was will man mehr?
Und noch was: der Handel mit CFDs bringt einen endlich dazu, mit der blöden Prozentrechnerei aufzuhören, die bei Zertifikaten sehr beliebt ist. Man lernt in “Daxen” zu denken und nicht im Preisen von Zertifikaten. Normalerweise sind 100 Hebelzertifikate = 1 CFD = 1 DAX. Von daher ist es völlig egal, ob ein Zerti 10 Euros oder 2 Euros kostet. Davon abgesehen, sind hochgehebelte Zerties deutlich teurer als der reele Gegenwert!
Bei CFDs ist das exakt 1 zu 1, keine versteckten Betrügereien über die Preise.
Grüsse, MP
Ein Beispiel als Nachtrag: wenn GS also 200 Zerties short geht, dann sind das in Wirklichkeit 2 Daxe.
Heisst, jeder Punkt im DAX entspricht 2 Euros Gewinn oder Verlust. Ob das Zertie jetzt 1,42 kostet oder 14,20 ist völlig gleichgültig!
Beim CFD-Trading wären das 2 CFDs. Ob Hebel 20 oder 50 eingestellt ist – völlig gleichgültig.
@MP
und auf welcher plattform sind sie unterwegs?
@soultransfer
auf diese Frage habe ich eigentlich gewartet …
RBS, früher ABN oder generell als “MarketIndex” (MI) bekannt. In meinen Augen einfach faire Bedingungen. Keine Nachschusspflicht.
Die zur Plattform angebotenen Charts sind größtenteils einfach Schei*** – aber das sollte eh kein Grund für oder gegen eine CFD-Plattform sein. Da empfehle ich Tradesignal, was Charting betrifft.
Ich lasse auf einem Bildschirm z.B. die live Indikatoren von TS laufen und auf einem anderen Bildschirm habe ich die MI-Plattform zum Traden.
So, um auch gleich mit einem Mythos aufzuräumen: kein Mensch braucht eine Tradingstation mit 4 oder 8 Bildschirmen. Ich habe eigentlich nur einen halbwegs großen Bildschirm. 1600 x 1200.
Nutze aber Software wie z.B. VirtuaWin oder Dexport um virtuelle Bildschirme zu beteiben. Funktioniert gut …
Wenn man mehrere echte physische Bildschirmbe betreiben will, dann plädiere ich wirklich für 2 oder mehrere unabhängige PC/Windows-Systeme. Das Problem bei Windows ist, das immer ein Fenster “den Fokus” hat – dann u.U. auch andere Fenster überlagert oder logisch deaktiviert.
Gibt aber auch Tricks. Man kann z.B. ein Fenster als “always on top” deklarieren. Egal was man also macht, ist dieses Fenster “unantastbar” und immer im Vordergrund. Sehr praktisch beim Traden …