Quartalsupdates Juli – September 2010
Was momentan auffällt, ist Unsicherheit.
Merkwürdig ist, die Konjunktur läuft, die Krise läuft parallel mit.
Auffallend sind die Differenzen zwischen der realen Konjunktur und den monetären Sektoren.
Der Boom ist geprägt von großer Unsicherheit und Skepsis, da die Märkte immer wieder Signale für einen drohenden Zusammenbruch senden.
Im einzelnen:
Im monetären Sektor haben wir viele Probleme. Unter anderem die hohe Verschuldung. Staaten haben hohe Budgetdezifite, der Privatsektor (Banken?) hat ebenfalls hohen Kapitalbedarf.
Interessant ist, dass Aktien gemessen an der unsicheren Stimmung und den daraus folgenden Belastungen sich bisher gut gehalten haben. Ein wichtiger Grund für die Unsicherheit der Anleger sind die steigenden Interventionen der Staaten in die Wirtschaft. Dieser Konjunkturboom wird von den massiven Markteingriffen und Ausgabenprogrammen der Staaten getrieben.
Zu den Markteingriffen zählen auch verschiedene Verbote und Zwangsmaßnahmen. Der Staat erlässt diese, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen und die Märkte in seinem Sinne zu manipulieren. Die Aktionen der Regierungen/Notenbanken sind schwer zu beurteilen.
Wichtige Ereignisse möchte ich herausstellen:
- Richtungsänderung in der EZB-Notenbankpolitik (Käufe von Staatsanleihen).
- Rettungsmaßnahmen der Regierungen. Kredite und Sparpakete anstelle ökonomischer Vernunft. Vereinfacht ausgedrückt, es wird (wieder) Geld gedruckt.
Die Auswirkungen dieser Themen sind in der Datei Quartalsupdate Aktien Juli – September 2010 Teil II eingearbeitet.
Diese einschneidenden Ereignisse haben das Potential die Märkte zu beeinflussen. Ich warte geduldig ab, für welche Richtung sich die Märkte (längerfristig) entscheiden werden. Noch ist der Kampf nicht entschieden. Ich denke, wir werden nicht zu lange auf die Entscheidung warten müssen.
1. Konjunktur
Sorgen um Abschwächung der Konjunktur nehmen zu, Verlangsamung des Wachstums ja, Rückfall in Rezession nein.
Ob es sich nur um eine Abschwächung in einen Mini-Zyklus handelt, oder ob sich eine ernstere Entwicklung abzeichnet, ist nicht einfach zu unterscheiden.
http://trendgedanken.de/images/QuartalsupdateKonjunkturJuli-September2010.pdf
2. Aktien
Ich habe eine Aufteilung des Sektors Aktien bezüglich der Betrachtungszeiträume vorgenommen:
Teil I: Intermediate Term (Zeitraum bis zu 3 Monate)
Abnehmende Wachstumsaussichten – größere Kursrisiken?
Die Märkte sorgen sich, dass es zu einer graduellen Abkühlung der Weltkonjunktur im Rahmen des globalen Aufschwungs kommt.
Können gute Unternehmensgewinne die Aktienmärkte beflügeln?
Hat der Bankensektor das Schlimmste hinter sich oder drohen neue Abschreibungen? Positive Unternehmensberichte werden vom Sektor Industrie sowie dem gesamten zyklischen Bereich erwartet.
Positive Impulse mit Beginn der Berichtssaison für den Aktienmarkt? Die Ergebnisse können gut ausfallen, könnten allerdings die Spitze der Dynamik markieren. Danach dürfte das Risiko einer Abkühlung wachsen.
Ich erwarte den DAX in einer Tradingrange zwischen 5700 – 6200 Punkten, unterstützt von besseren Unternehmensergebnissen als erwartet.
http://trendgedanken.de/images/QuartalsupdateAktienJuli-September2010Teil_I.pdf
Teil II: Long Term (Zeitraum größer 1 Jahr)
Erhalten wir längerfristig eine geldmengengetriebene Hausse mit neuen Aktienhochs?
Zum G20-Gipfel in Toronto (Kanada):
Sparen oder Geld ausgeben, das waren die Extrempositionen der Teilnehmer.
Jeder geht seinen eigenen Weg zur Bekämpfung der Krise, das Problem ist die unterschiedliche Fiskalpolitik, kein Wille zu Koordination.
Politische Maßnahmen sind so zu koordinieren, dass Länder mit einem Haushaltsüberschuss ihre Finanzen langsamer konsolidieren, als Länder mit einem akuten Haushalts- und Leistungsbilanzdezifit .
Nicht Sparsamkeit, sondern Wirtschaftswachstum löst Probleme. Eine Wirtschaft die in einer Liquiditätsfalle steckt benötigt mehr Stimulanz, nicht weniger.
Szenario B welches das Reflationsszenario (Aktien steigen, Anleihefuture fallen) beinhaltet, wird sich voraussichtlich durchsetzen.
Die Marke von 6200 Punkten im DAX als Trennlinie zwischen Szenario A und B wird noch länger umkämpft bleiben.
Die Notenbanken werden wieder eingreifen, wenn die Märkte einbrechen sollten. Sie werden nicht zulassen, dass die Vermögenspreise in einer überschuldeten Wirtschaft deutlich fallen, denn dadurch würden wieder Probleme mit Krediten auftreten.
Aber bevor sich Szenario B durchsetzen könnte, ist mit einer volatilen Phase zu rechnen. Die Indikatoren für den langfristigen Trend beginnen zu schwächeln.
http://trendgedanken.de/images/QuartalsupdateAktienJuli-September2010Teil_II.pdf
3. Devisen
Ist für den Euro das schlimmste vorbei?
Der Titelseitenindikator spricht für eine (vorübergehende?) Stabilisierung E/USD
http://trendgedanken.de/images/QuartalsupdateDevisenJuli-September2010.pdf4. Rohstoffe
Abschwächung der Rohstoffpreise
Erwartet der Markt eine Abschwächung der Nachfrage?
Denkt der Markt dass sich die Konjunktur im 2. HJ 2010 abschwächt? Ja, durchaus möglich, achten wir auf den Kupferpreis, denn Kupfer ist ein guter Konjunkturindikator. Sollte der Kupferpreis sich nicht nachhaltig erholen, wird die Industrieexpansion voraussichtlich Anfang 2011 zum Stillstand kommen.
http://trendgedanken.de/images/QuartalsupdateRohstoffeJuli-September2010.pdf
5. Zinsen
Deflation (kurzfristig) statt Inflation
Der Bundfuture klettert auf neue Jahreshochs und signalisiert starken Deflationsdruck.
Der Rentenmarkt steht mit seinem Verhalten (steigende Anleihefuture, sinkende Zinsen) im Widerspruch zum Aktienmarkt (Erholung der Konjunktur mit Steigerung der Unternehmensgewinne). Wie wird sich diese Divergenz auflösen?
http://trendgedanken.de/images/QuartalsupdateZinsenJuli-September2010.pdf
6. Finanzkrise (Update)
Solvenzprobleme staatlicher Schuldner, weitere Ausdehnung der Staatsverschuldung zur Rettung der Konjunktur?
Die Alarmsignale rund um den Globus haben alarmierend zugenommen. Der gesamte Aufschwung ist nur mit Fremdkapital finanziert worden und darin sehe ich das größte Problem. Dass es mitten in einem Aufschwung erstmals zu Solvenzproblemen staatlicher Schuldner im EU-Bereich kommt ist etwas völlig Neues und vielleicht beunruhigend.
Faktisch hat die Verlagerung der kreditfinanzierten Konsumorgie von den bankrotten Bilanzen der Privaten in die Staatsbilanz so gut wie nichts gebracht, außer den Absturz zu verzögern und die Staatsbilanzen zu ruinieren.
Was mich jetzt nachdenklich macht, dass in Europa so panische Reaktionen erfolgen (Rettungsschirm für mögliche Staatsbankrotte in der EU, Verbot von Naked Shortselling in Deutschland). Viele der Anleihen der Krisenländer in der EU sind in den Büchern der Banken gelandet, wodurch deren Position wieder geschwächt wird. Es ist eine Ironie, dass diejenigen die gerettet werden sollten, nun wieder durch die Solvenzkrise geschwächt werden (neue Bankenkrise?).
Die Eurokrise könnte wie eine Achterbahnfahrt verlaufen, mal verschärfend, mal beruhigend.
Die Regierungen/Notenbanken greifen immer stärker in die Wirtschaft ein (Hello Planwirtschaft). Sparprogramme und Konjunkturprogrammen wechseln sich ab. So wie es aussieht, ist der Weg aus der Misere nur noch mit einer weiteren Ausdehnung der Staatsverschuldung möglich, mit den Folgen einer Flucht in werthaltige Assets.
Das Ende könnte dann wie folgt aussehen: Zunehmender Frust in der Bevölkerung mit erhöhter Streikbereitschaft, Vertrauensverlust in staatliche Organe.
Kurzupdate zur Lage an den Märkten
Welch eine Woche an den Kapitalmärkten und an diesem Wochenende sehen sich die Politiker zum Handeln gezwungen.
An den Märkten gewinnt ein Thema an Einfluss, die Solvenzkrise, auf welches ich in
http://trendgedanken.de/images/Finanzkrise_Stand_Februar_2010.pdf
ausführlich eingegangen bin. Dieses Thema gewinnt an Kontur und Einfluss auf die Märkte.
Nachfolgend eine kurze Einschätzung der Lage:
1. Konjunktur
Die Konjunkturdaten der letzten Wochen waren positiv. Momentan sieht es so aus, als wenn sich die Dynamik für die Konjunktur im 2. Halbjahr abschwächt. Unter Beobachtung stehen die Frühindikatoren für die Konjunktur.
2. Aktien
Ich hatte in meinem letzten Strategieupdate auf die Risiken (Topbildung) hingewiesen. Die Dimension des Abverkaufs hat dann doch überrascht. Vor 14 Tagen war alles noch in Ordnung und nun scheint sich diese Überzeugung mit Beschleunigung der Solvenzkrise in Luft aufzulösen.
Der Markt hat in der vergangenen Woche eine Zäsur gemacht. Trotzdem ein nochmaliges Aufbäumen des Marktes könnte anstehen. Wird diese Erholung aber nachhaltig werden?
Das Ziel einer Gegenbewegung im DAX könnte bis 5880/5950 Punkte reichen. In einem weiteren Schritt die 6090 Marke.
Wenn sich der DAX nicht stabilisiert, geht es runter bis zur Unterstützungszone zwischen 5150 /5300 Punkte.
3. Anleihemärkte (Zinsen)
Die Rentenmärkte als sicherer Hafen, anders kann man die Bewegung im Bundfuture (BDF) nicht interpretieren.
Knapp 128 Punkte in der vergangenen Woche. Aufgrund der extremen kurzfristigen Stimmung sind auch hier Rückschläge zu erwarten. Ich erwarte Gewinnmitnahmen und rechne damit dass der BDF bis 125,5/125,7 Punkte zurück fällt.
4. Devisen
Der Euro war einer der großen Verlierer aufgrund der Griechenlandthematik.
Die Finanz- und Regierungschefs der Eurozone kamen am Wochenende zusammen, um nach Mitteln zu suchen, damit der Spekulation Einhalt geboten wird.
Ein Blick auf die Währungspaare E/USD, E/YEN,USD/YEN zu später Stunde zeigt die Richtung für morgen an. Erholungen in diesen Währungspaaren zeichnen sich ab. Überproportional sind die Bewegungen bereits in E/YEN (Carrytrade!), Stand 119,39 am 09.05.10 23:42 Uhr mit 2,79%.
5. Rohstoffe
Der Profiteur Gold strebt nach Norden. Es hat sich momentan von der Korrelation E/USD abgekoppelt. Bei der Marke 1220 USD wird es spannend. Ich rechne mit einer Konsolidierung.
Fazit:
Das Risiko der letzten Wochen wurde erkannt, man konnte rechtzeitig in die Defensive gehen. Überrascht hat die heftige Bewegung am Rentenmarkt. Das Thema „Solvenzkrise“ wird zum Investmentthema des Jahres 2010.
Die Maßnahmen der Politiker vom Wochenende sprechen für starke Kursreaktionen.
Die wichtigste Frage wird sein, sind die Gegenbewegungen an den Märkten nachhaltig und von Dauer?
Ich persönlich denke nein, weil die Mehrheit der Anleger den Rückschlag nicht als Chance erkennt, den Markt billiger nachzukaufen. Auch die Konjunkturdaten welche in der kommenden Woche anstehen, werden auch Aufschluss geben auf die Rückkopplung der neuen Ereignisse auf die Wirtschaft.
Ergänzung zum Stragieupdate KFEB
Hallo,
nachdem die Märkte etwas gefallen, ergänze ich mein Strategieupdate vom 30.04.10
http://trendgedanken.de/images/Strategieupdate_30_04_10.pdf
wie folgt:
- Haben wir das Top in den Indizies gesehen (SP 500)?
Ja, mit einer Wahrscheinlichkeit von 50%. Der SP 500 drehte kurz vorseinen 61,8 Fibo-Retracement. - Alternativen
Es besteht von den Zyklen her noch die Möglichkeit, dass der SP 500 nochmals einen Anlauf an seine bisherigen Hochs (1219,8 auf Tagesbasis) macht, ein neues relativ knappes Hoch erreicht und dann erst in eine größere Abwärtsbewegung übergeht. Den Zeitpunkt für ein neues knappes Hoch im SP500 sehe ich Mitte Mai/Anfang Juni. - Sonstiges
Weltweite Divergenzen an den Aktienmärkten. Asiatische, europäische und amerikanische Märkte entwickelten sich in den vergangen Wochen höchst unterschiedlich mit enormen Differenzen. Eine klare “bearish intermarket divergence” hat sich ausgebildet.
Zusammenfassung:
Das Alternativszenario unter Pkt 2 ist genauso wahrscheinlich wie das Szenario unter Pkt1 wonach wir das Hoch bereits gesehen haben.
Ich gehe aufgrund der vielen Top-Bildungs-Merkmale sehr stark davon aus, dass wir nun das Jahreshoch gesehen haben oder bis ca. Ende Mai sehen werden und wir aufgrund von weiterhin bestehender extremer Verwerfungen im internationalen Finanzsystem und ausufernder Staatsverschuldung einen starken Rückgang sehen werden.
Mit dieser Einschätzung kann ich mich natürlich auch irren, keine Frage. Die aus meiner Sicht relativ unwahrscheinliche Alternative wäre eine extreme Überhitzung des Marktes bis in den Sommer hinein, bevor es dann aber dann letztendlich doch zum erwarteten Absturz kommt.
Gehe vorübergehend für ein paar Tage Short im BDF (CM2T5U).
Strategieupdate
Nachfolgend ein Strategieupdate als Ergänzung zu dem Quartalsupdate
Strategie April – Juni 2010 von KFEB.
Die Entscheidungschlacht zwischen Bullen und Bären geht weiter.
Eine (saftige) Korrektur steht an.
Aber auch eine Übertreibungsphase im DAX mit neuen Höchstständen ist auch nicht ausgeschlossen.
Updates 2.Quartal 2010
Updates 2. Quartal 2010
Liebe Anleger, erst einmal nachträglich noch ein frohes Osterfest.
Der Osterhase (Börse) hat ja diesmal einige Überraschungseier gebracht.
Unter anderen auch mir. Ich war bereits vor Ostern mit meinen Quartalsupdates für das 2. Quartal 2010 fertig, als ich durch die Entwicklung an den Börsen nochmals die Updates überarbeiten musste.
Es wird spannend an den Börsen. Die Lage gleicht einem Tanz auf dem Vulkan. Aber machen Sie sich selbst ein Bild.
DAX-Rally zwischen Hoffnung und Skepsis.
Die jüngsten, sehr deutlichen Kursgewinne hievten den DAX über die 6200 Punkte Marke.
Die große Frage ist nun: Geht der momentane Aufschwung in eine neue Rally über oder scheitert der DAX an den massiven Widerständen zwischen 6000 und 6400 Punkten, so dass in den kommenden Wochen eher mit einer kräftigen Korrektur zu rechnen ist?
Um es vorweg zu nehmen. Die Indikatoren sind derzeit extrem widersprüchlich.
Auf der einen Seite schwache Umsätze bei den jüngsten Kursgewinnen. Das Put-Call-Ratio unter Privatanlegern ist in ungesunde Höhen hochgeschnellt, der Markt gilt als überkauft. Massive Widerstände liegen vor dem DAX. Andere Indizies wie der FTSE oder SMI und Nasdaq 100 haben bereits neue Höchststände erreicht.
Soweit die technische Seite . Auf der fundamentalen Ebene sind die Signale widersprüchlich. Einerseits das dynamische Wachstum der Schwellenländer, andererseits warnende Stimmen aus China und das Auslaufen von Konjunkturpaketen in den kommenden Monaten. Viele Staaten müssen einen harten Sparkurs einschlagen, um ihre Staatsfinanzen in den Griff zu bekommen. Für steigende Aktienmärkte kein gutes Umfeld.
Nachfolgend kurz meine persönliche Ansicht in Kurzform zum Markt:
Ich persönlich bleibe skeptisch – aber der Markt spricht derzeit eine andere Sprache.
DAX 5000 oder 7000 Punkte zum Jahresende?
Fällt die Entscheidung im Frühsommer?
Nun zu den Quartalsupdates:
1. Weltwirtschaft im Aufschwung – aber wie lange noch?
Update Konjunktur 2.Quartal 2010
2. Aktienmärkte in Topbildungsphase oder gibt es doch nur eine Korrektur im Aufwärtstrend?
3. Zinsen – Wann öffnet sich die Falltür? (Anstieg der Zinsen kurz-, langfristig)
4. Devisen – Euro in Not
5. Rohstoffe – Inflationspotential durch Rohstoffe?
Update Rohstoffe 2.Quartal 2010
Von der Finanzkrise zur Schuldenkrise (Solvenzkrise)
Von der Finanzkrise zur Schuldenkrise (Solvenzkrise)
Die Finanzkrise und ihre Auswirkungen sind aus dem Blickwinkel der Anleger verschwunden.
Kein Wunder sind doch die Märkte seit März 2009 wieder im Rallymodus.
Ich möchte aber trotzdem auf die Finanzkrise zurück kommen und denke hierbei an den Februar 2009. Die Märkte waren in Aufruhr und auf dem Weg nach unten.
Damals hielt Finanzminister Timothy Geithner USA am 10.02.2009 eine Rede die aufzeigen sollte, mit welchen Maßnahmen die Regierung versucht der größten Krise seit Generationen zu begegnen.
Nach der Rede waren die Beobachter entttäuscht, da sie damals konkretere Informationen erwartet hatten. Auch die Märkte reagierten mit Kursverlusten.
Was hat sich seit der Rede damals getan.Ist die Finanzkrise vorbei?
Ich habe mir dazu Gedanken gemacht und eine Analyse erstellt.
http://trendgedanken.de/images/Finanzkrise_Stand_Februar_2010.pdf
Gegenstand der Analyse sind die Auswirkungen und Folgen der Finanzkrise, welche ich weiterhin in meine persönliche Börsenstrategie einfließen lasse (siehe hierzu Punkt 3 der Analyse). Ich werde darüber in unregelmäßigen Abständen berichten, je nachdem welche Investmentthemen die Märkte begleiten. Manchmal sind es Themen, die unterschätzt und zu früh zu den Akten gelegt werden. Ein anderes Mal sind es Entwicklungen, die einen längeren Reifeprozeß durchlaufen.
Aber nochmal zurück in den Februar 2009, als Finanzminister T. Geithner USA seine Rede hielt. Ich möchte auf Inhalte seiner Rede zurückkommen.
Die Anleger waren enttäuscht und im Finanzmisterium USA wurde der Eindruck vermittelt, die Finanzkrise hat einen „Misthaufen“ hinterlassen. Übelriechende Papiere, die an der Wall Street ausgebreitet wurden und dessen Gifstoffe den Boden der Wirtschaft verseuchen.
Aber ist Mist nicht wertvoll?
Geithners Plan zur Lösung der Finanzkrise beruht darauf, dass die Papiere in den Bilanzen der Banken werthaltig sind. Mann muss sie ja nicht völlig abschreiben.
Mist benötigt Zeit, damit sich durch die chemischen und biologischen Prozesse der wahre Wert einstellt. Außerdem Misthaufen sollten belüftet werden, am besten durch fortgesetzte Umschichtung.
Geithners Plan geht davon aus, dass mit der Zeit die Papiere an Wert wiedergewinnen. Nur das Problem mit der Liquidität ist zu lösen, da der wahre Wert der Papiere nicht ermittelt werden kann. Die Liquidität sollte in den Markt kommen, indem man private Investoren dazu ermuntert, den Banken die illiquiden Papiere abzukaufen. Der Plan sah vor 50% der Gewinne beim Weiterverkauf zu behalten und nur 10% der Verluste selbst zu tragen.
Was aus dem Plan geworden ist weis ich nicht. Wurden überhaupt Papiere gehandelt? Wahrscheinlich nicht. Denn was nichts wert ist, wird nicht gehandelt. So blockieren diese Papiere immer noch die Bankbilanzen.
Oder der Plan war erfolgreich, und die privaten Geldgeber (Banken und Fonds?) haben Milliarden verdient. Will deshalb die politische Führung in Washington die Gewinne wegbesteuern?
Zusammenfassend komme ich zu dem Schluss, dass der Plan welcher der Rede des Finanzministers T.Geithner zugrunde lag, eine entscheidende Schwachstelle hat: Der Misthaufen ist eine Müllhalde. Ich bin gespannt, wann die Regierung die Massnahmen bekannt gibt, damit das Versickern von toxischen Inhalten in den Boden verhindert wird.
Update zum Strategieupdate vom24.01.10
Hallo Herbert, erst einmal Danke für deinen konstruktiven Beitrag, und nun nachfolgend meine Gedanken zu den Märkten in Form eines
Updates zum Strategieupdate vom 24.01.2010
http://trendgedanken.de/?cat=22
1. Konjunktur
Die Anleger glauben den veröffentlichten Konjunkturdaten (Rückgang Arbeitslosenrate USA) nicht.
China bremst die Rohstoffnachfrage durch eine Anweisung die Kreditvergabe an Unternehmen einzuschränken.
Neue geopolitische Spannungen treten auf (Stichwort Iran, USA-China).
Anleger haben Sorgen um die Solvenz (Fähigkeit Zahlungsverpflichtungen nachzukommen) von einzelnen EU-Staaten.
2. Aktienmärkte
Wie im Strategieupdate vom 24.01.2010 aufgeführt, versucht der DAX zwischen 5315 und 5470 eine Stabilisierung (siehe Punkt 2.2.Strategieupdate).
Der Rebound vergangene Woche war zum Scheitern verurteilt. Das Sentiment war noch zu bullisch (Buy the Dips-Stimmung). Auch die COT-Daten vom 05.02.10 im SP 500 für die vergangene Woche zeigen eine Nettopositionierung Short der Large Speculators und Commercials. Nur die Kleinanleger sind momentan netto Long im SP500 positioniert.
Nach dem mageren Rebound vergangene Woche könnte nun eine mehrtägige Zwischenrally anstehen.
Indiz dafür könnten die Aktivitäten der Bullenseite sein in den letzten zwei Stunden des Freitagshandels in USA.
Mögliche Ziele im DAX (SP 500) 5570/5630 (1090/1103) und falls neue Käufergruppen in den Markt treten 5720 (1116).
Das letztgenannte Ziel würde eine Stabilisierung im DAX bedeuten.
Wichtig für die Aufwärtsentwicklung sind Tagesschlusskurse über 5400 im DAX.
Vorsicht, die Abwärtsbewegung könnte sich auch in dieZone 5100 – 5300 ausweiten!
Achten sie auf den US-Dollar. Jede Schwäche des USD unterstützt den Rebound!
Es wird spannend für die Aktienmärkte: Topbildung oder Korrektur mit Wiederaufnahme des Aufwärtstrendes.
3. Rohstoffe
Gold hat weiter korrigiert und konnte von der Diskussion um die Solvenz einzelner EU-Staaten nicht profitieren. Eine wichtige Unterstützung (1075) wurde nach unten gebrochen.
Kursverlauf momentan abhängig vom USD. Saisonalität für Februar leicht seitwärts/abwärts, ab März nach unten zeigend.
Solange Gold über 1020/1030 USD notiert erwarte ich eine positive Trendfortsetzung.
4. Devisen
Ziel von 1,36 E/USD erreicht. Es kann mit einer Gegenbewegung im USD-Index gerechnet werden, welche die Aktien- und Rohstoffmärkte unterstützt.
Widerstände E/USD nach oben 1,385 und 1,402.
5. Zinsen
Der Hype um Griechenland und Co (Portugal, Spanien..) hat wieder einmal seinen (vorläufigen) Höhepunkt erreicht. Die Renditen von 10 jährigen Griechenlandbonds stiegen auf fast 7 % gegenüber ca.3,2 % für 10 jährigen Bundesanleihen.Wem die 7% von Griechenland nicht genügen wird sich auch über die Angemessenheit der 3,2 % für Bundesanleihen Gedanken machen.
Der Hype bescherte dem Bundfuture einen Höhenflug über 124 und produzierte damit eines der wenigen strategischen Kaufsignale (Short BDF Haltedauer Wochen) innerhalb eines Jahres.
Auch der Indikator für Kurs Trendprognose Anleihen (Bundfuture) im Abo-Bereich von MM hat ein Verkaufsignal für dem Bundfuture generiert.
Abbonenten von MM können das Verkaufssignal im Abo-Bereich einsehen.
Die aktuellen Kurse des Bundfutures werden demnach als attraktive Verkaufskurse (Windfallprofits) der Anleger wahrgenommen.
Der Rentenmarkt ignoriert bisher die Erfolge bezüglich der Erholung der Konjunktur durch die staatlichen Eingriffe.
Die Diskussion um die Solvenz einzelner EU-Staaten ist nicht positiv für die Assetklasse Anleihen.
6 . Meine persönliche Strategie
6.1. Aktien
Eine Chance massiv Long zu gehen sehe ich bei 5300 Punkten im DAX mit einem exzellenten Chance-Risiko-Verhältnis. Kleinere Trades (Long) werden oberhalb 5390 Punkte im DAX eingegangen.
An den oberen möglichen Wendepunkten (hier zur Orientierung die Marken im SP500) bei 1103 und 1116 wird jeweils ein Drittel der geplanten Shortpostionen aufgebaut. Das restliche Drittel ist vorgesehen für den Fall das der SP500 die Marke 1135 errreicht.
Im Aktienbereich lagen Limitorders zu Kauf 1000 Stck in Staffeln von je 4* 250 Stck für Eurostoxx50 Long (DB3NB1) am Freitagabend (05.02.10) im Markt.
Durchgegangen ist leider nur eine Order zu 250 Stck DB3NB1 zu KK 2,20 Euro.
Die Märkte drehten nach 20.00 Uhr auf bullisch und setzen ihren Abwärtstrend nicht mehr fort.
6.2. Zinsen
Im Zinsbereich wurde am Freitagabend eine Position (Art S Strategisch/Haltedauer bis ca. April) geordert.
Geordert wurden 1000 Stck TB2N9H (KO 127,25) KK 4,52 Euro (Shortposition auf Bundfuture).
Das Risiko für diesen Trade liegt darin, dass ich zwar einen Einbruch der Konjunkturerwartungen erwarte, vermutlich zur Jahresmitte. Aber mit der Diskussion um die Solvenz der Staaten die Wirkungskette bereits früher einsetzt.
Ich wünsche allen, wenn sie aktiv handeln, viel GlücK und Erfolg mit den Trades.




