Blues – ein Tanz für die Grenzen des Wachstums
Bis 6.000 – 6.100 Punkte darf die DAX Rallye als technische Reaktion im Abwärtstrend gewertet werden.
Treten dabei neue Warnsignale der Moving Markets Indikatoren auf, wächst die Wahrscheinlichkeit dafür.
Das lässt sich voraussichtlich gut beurteilen, denn an jedem oberen Wendepunkt der vergangenen 14 Monate verstärkten sich diese Signale, insbesondere bei dem viermaligen “an die Decke stoßen” seit April 2010.
Einige Indikatoren signalisieren seit Juni / Juli 2009, DAX 4.800 – 5.500, einen intakten Abwärtstrend, z.B. der MMC (Moving Markets Confidence)
http://www.movingmarkets.de/trends/charts/aktuell/?page_id=1131
Jede Aufwärtsbewegung seitdem diente der Umverteilung, d.h. es wurde über Eingriffe der Politik und Notenbanken der Boden dafür bereitet, dass Kapitalsammelstellen und Insider ihre Aktienquote senken konnten.
Das verflachte die Aufwärtsbewegung des Marktes und ließ den DAX bei 6.300 Punkten scheitern, obwohl er nach den Gewinnschätzungen der Analysten für 2010 und 2011 vergleichsweise preiswert war.
Der Rutsch unter 6.000/6.100 Punkte stellt deshalb eine erste Bestätigung für die These dar, dass sich der Markt in einer langfristigen Topbildung befindet – eine Bärenmarktrallye als Reaktion auf die Talfahrt seit 2007/2008.
Trotz der Milliardensummen, die den Finanzmärkten zur Verfügung gestellt wurden, entstand keine Inflation der Konsumentenpreise in EU-Land. Das bestätigt die erhebliche Depressions- und Deflationsgefahren, der die Märkte seit 2007 ausgesetzt waren und noch immer ausgesetzt sind.
In einem solchen Umfeld gehören Blue Chips zu den überdurchschnittlich riskanten Geldanlagen. Große DAX-Werte sind in Gefahr.
Denn im Gegensatz zu inhabergeführten Unternehmen reizten Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung ihre Finanzierungsmöglichkeiten bis zur Schmerzgrenze aus. Großbanken gingen sogar darüber hinaus. Jahrzehntelang funktionierte das sehr gut: Die Wirtschaft wies stetiges Wachstum auf.
“Mehr Wert” wurde mit Kosteneinsparungen und dem Einsatz von Finanzakrobatik geschaffen. Beide Faktoren entfallen künftig:
- Menschen- und umweltfreundliche Produktion (z.B. fairer Handel, Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung) sägen an den Gewinnen.
- Seit 2007 stehen weder Finanzierungen, noch Eigenkapital im bisher bekannten Ausmaß zur Verfügung.
- Hinzu kommt ein weiterer Faktor, der die Bilanzen schrumpfen lassen könnte: Schmelzen die Anlagewerte in einer Deflation, implodieren die Kredite.
Die Trilogie aus höheren Kosten, höheren Eigenkapitalquoten und schrumpfenden Buchwerten dürfte das Wirtschaftswachstum für längere Zeit begrenzen. Dabei sind andere Risiken, wie die schwankende Versorgung mit Rohstoffen und Energie, Störungen im Betrieb von Atomkraftwerken, Naturkatastrophen, Seuchen und gesellschaftliche Umbrüche in den aktuellen Aktienkursen nicht enthalten.
Beschwingt von staatlichen Förderprogrammen tanzen Blue Chip-Investoren seit 2003 Samba - ursprünglich ein brasiliansicher Sklaventanz, der von den Härten des Alltags ablenken sollte.
Der aktuellen Situation angemessener wäre der Blues, ein Tanz der Erkenntnis. Dort stehen Verrat, Verbrechen, Resignation, unerwiderte Liebe, Arbeitslosigkeit, Hunger, finanzieller Not, Heimweh, Einsamkeit und Untreue im Vordergrund, sagt Wikipedia.
100 Affen werden gesucht
Spekulieren mag unterhaltsam sein -- und auch Geldverdienen ermöglichen. Dennoch lohnt es sich über den Tellerrand zu schauen.
Hier ist ein Film (acht Youtube-Teile), der sich mit diversen Herausforderungen für Städtebewohner beschäftigt:
Michael Ruppert kommt zu Wort
http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Ruppert_(Journalist)
Für Trend Gedanken-Leser ist der Stoff nichts Neues, weil ich darüber seit Jahren schreibe. Schließlich ist auch das Moving Markets Depot danach ausgerichtet.
Aber weil der Film gut gemacht ist, eignet er sich, ihn als “Augenöffner” an Freunde weiterzugeben, um danach konkret gemeinsames Handeln abzusprechen und zu organisieren.
Von der TAZ wurde der Film besprochen.
Warum in der Trend Gedanken-Überschrift ”100 Affen gesucht” werden: Das Rätsel wird im achten Teil des Films geklärt.
Post Oil City Hannover
Eine Veranstaltungsreihe des Eduard Pestel Instituts für Systemforschung in Hannover.
http://www.pestel-institut.de/sites/1281332536.html
Bis Oktober geht es dort um die Themen
* Grenzen des Wachstums und deren Herausforderungen für Unternehmen, Wirtschaftsförderer, Städteplaner
* Regionalisierung und Guerilla Guardening
* “Peak Oil Papst” Wolfgang Blendinger, TU Clausthal-Zellerfeld, kommt auch zu Wort
Förderer der Veranstaltung: Transition Town Hannover, hannoverimpuls, Lokale Agenda 21 Hannover, Leibniz Universität Hannover
Aufgezeigt werden Wege, wie sich Städte auf die Zeit nach den billigen fossilen Rohstoffen vorbereiten sollten.
Weitere Referenten: Systemforscher Thomas Köhler und Matthias Günther, Niko Paech, Peter Nickl, Veronika Wolf, Elisabeth Meyer-Renschhausen.
Kostenlose Teilnehme. Eine Anmeldung ist erforderlich. Sie nimmt das Pestel-Institut entgegen:
Königstr. 50
30175 Hannover
Tel.: 0511 / 9 90 94 – 0
Fax: 0511 / 9 90 94 – 30
info@pestel-institut.de
Peak Everything einplanen
Ein grimmiger Transformationsprozess im Bereich der Rohstoffe hat eingesetzt. Das begann mit dem Peak Oil-Auftakt im Golf von Mexiko und ging mit der Trockenheit des Sommers, Überschwemmungen weltweit, Bienensterben und Missernten weiter.
Die Lager sind zwar immer noch gut gefüllt. Aber die Märkte preisen ein, dass auch 2011 ein ernteschwaches Jahr sein könnte. Den nährstoffarmen und durch Monokultur ausgelaugten Böden setzt die Trockenheit schwer zu.
Gerät das Preisgefüge durcheinander, wird das den Konzentrationsprozess verstärken und negative Auswirkungen auf Anschlussfinanzierungen in der Landwirtschaft haben – bis zu den börsennotierten Banken und Versicherungen.
Ernteschäden könnten Zahlungsfähigkeit beeinträchtigen
Russland, osteuropäische Länder könnten unter Druck geraten und ihre Exportüberschüsse über Jahre hinweg reduzieren, obwohl sie die Devisen für ihre Zahlungsfähigkeit dringend benötigen. Das kann schwere Verwerfungen in der Finanzszene auslösen und kommt zu den anderen ungelösten Problemen der Finanzkrise hinzu.
Der DAX hat auch solche Risiken noch nicht eingepreist, obwohl es Anzeiger gibt, die signalisieren, dass einige Marktteilnehmer ausgestiegen sind: Mitte 2009 beginnend und in den vergangenen Wochen fortgesetzt verstärkt (siehe Moving Markets Indikatoren).
Das lässt sich vergleichen mit den Zeichentrick-Abgründen: Der Läufer bemerkt nicht, dass er den Boden unter den Füßen verliert. Er läuft scheinbar noch ein paar Meter, bis er überrascht nach unten schaut und erst dadurch realisiert, dass es abwärts geht.
Anhaltende Warnsignale für den DAX
Kritiker dieser These werden einwenden, dass die Wirtschaft brummt und zurzeit alle Anzeichen eines Aufschwungs vom DAX verarbeitet werden.
Das würde ich auch gern unterstellen und von den Indikatoren bestätigt sehen. Aber solange das nicht der Fall ist und die Indikatoren ihre Warnsignale liefern, kann ich dem Aufwärtstrend des DAX kein Vertrauen schenken. Einsehbar z.B. anhand der Messdaten von Trendsetter-Indikator, MMC, Kurs Trend Prognose Aktien, Bund Future.
Deshalb suche ich nach Informations-Bausteinen und mögliche Verkettungen, die zu den Indikatoren passen.
Das unterscheidet meine Vorgehensweise von anderen Marktkommentatoren im Nachrichten-Mainstream, die Begründungen für zurzeit sichtbare Kursbewegungen suchen.
Moving Markets Depot: Tausch Rohöl gegen DAX Short
Folgende Transaktionen finden für das Moving Markets Depot statt:
1. Verkauf von 125 Stück WTI LONG zu 8,48 EUR
http://zertifikate.onvista.de/snapshot.html?ID_INSTRUMENT=25111516
2. Kauf von 400 Stück DAX Open End 2,55 EUR
http://zertifikate.onvista.de/snapshot.html?ID_INSTRUMENT=27406379
Das Szenario von steigenden Rohölnotierungen ging auf. Gestern erhielten die Kurse neue Dynamik, weil der Chef der amerikanischen Notenbank ein Statement ablieferte: Indem er das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft beflügeln will, elektrisiert er die Rohöl-Händler. Der Rohölbranche ist es wichtig, dass die Wirtschaft wächst, damit möglist hohe Erlöse erzielt werden können.
Insofern könnte die jüngste Rallye ein mediengestützter Anstieg sein, was die Gefahr eines Rückschlags birgt. Deshalb werden Teilgewinne mitgenommen. Der Rest wird aufgrund anhaltender Peak Oil-Szenarien (ohne Wirtschaftswachstum) weiterhin gehalten, ggf. noch jahrelang, falls möglich. Das gilt insbesondere, wenn sich die Rohölnotierungen von der Preisentwicklung an den Aktienmärkten nach oben abkoppeln.
Dass im Gegenzug DAX-Shorts aufgenommen werden, ist eine konsequente Umsetzung der Berichterstattung und Kommentare in den vergangenen Monaten.
Außerdem liefern die Moving Markets Indikatoren Hinweise darauf, dass sich der DAX seit 2007 im Abwärtstrend-Modus befindet. Dabei stellt sich die Seitwärtsbewegung der vergangenen 29 Wochen als Bestandteil des potenziellen oberen Wendepunktes dar.
DAX Schluss vergangenen Freitag 6.033 – Ausblick, so könnte es weitergehen
Ausblick auf die bevorstehende Woche:
* schwache Tendenz bis Donnerstag/Freitag
* Unterschreiten von 5.800 Punkten mit dem Potenzial, dass es im August weiter abwärts geht, 5.600 – 5.500 … + tiefer
Es zeichnet sich derzeit genau das gleiche Muster wie 2008 ab, wobei es schwer sein dürfte, Intraday Hinweise für obere Wendepunkte zu finden. Die Marktteilnehmer flüchten aus Substanz und Value-Werten, was den Aufschwunghoffnungen die Basis entzieht.
Lesen Sie dazu auch die Moving Markets-Berichterstattung in den vergangenen Wochen, z.B.
DAX 6.174. Shortabsicherungen im Moving Markets Depot werden weiterhin gehalten
(…)
Aber weil Zinszahlungen unerbittlich an Terminen gekoppelt sind, keine neue Wertschöpfung betrieben wird, Sicherheiten wegbrechen, die Zahl der potenziellen Nachschuldner kleiner wird, ist es schwer vorstellbar, dass das System weiter wachsen kann. Mit viel Glück entsteht eine Seitwärtsbewegung, bei der Allmählich die Luft entweicht.
Angesichts der enormen Summen, die sich im Umlauf befinden, erscheint es jedoch auch denkbar, dass zwischenzeitlich immer wieder Crashsituationen entstehen, die die Aktienmärkte kurzfristig 15, 20 Prozent fallen lassen. Das dürfte immer dann passieren, wenn ein größerer Schuldner ausfällt oder auszufallen droht und Umschuldungsverhandlungen in einer Sackgasse landen.
Ökonomische Risiken lassen sich nur vorübergehend mit Geld verschleiern. Zinsen und Zinstermine und unterschiedliche Leistungsfähigkeiten und Interessen der Volkswirtschaften dürften langfristig dazu führen, dass diese Risiken ab dem Punkt X aufgedeckt werden.
(…)
Link zu den Informationen
http://www.movingmarkets.de/trends/charts/aktuell
Link zur Bestellung (11,90 EUR/Monat)
http://www.gsinfo.de/best/best2.php?CHARTS3+Ohne
Hinzu kommen die über 12monatigen Vorbereitungen der Insider, die ihre Schäfchen ins Trockene brachten. Der Markt kann jetzt fallengelassen werden.
Die Märkte können nach dem 2008er Muster ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen und sich innerhalb weniger Wochen auf einem deutlich niedrigeren Niveau einpendeln.
Anhaltende Risiken dürften für Unruhe sorgen
Wenn die langfristigen fundamentalen Daten durchschlagen (z.B. die anhaltend schwache US Kapazitätsauslastung von rund 74 Prozent), entsteht kein Wachstumspotenzial mehr. Statt dessen haben Unternehmen hohe Kosten zu verarbeiten. Erst Schrumpfungsprozesse dürften die Situation bereinigen.
Wenn der deutsche Wirtschaftsminister jetzt von Wachstum spricht, stützt er seine Hoffnungen auf eine erstarkte Binnenkonjunktur. Dabei berücksichtigte er jedoch nicht, dass die alten Rezepte der Wachstumsbeschleunigung nicht in den Herzen der Menschen ankommen kann, wenn die Städte und Gemeinden ihre Sozial- und Kultur-Etats zusammenstreichen.
Das Thema des “Sparens” dürfte sich bis Jahresende fortsetzen und kann dann bis tief ins Jahr 2011 hinein, ggf. auch noch 2012, für die Entscheidungsträger in kommunalen Einrichtungen sehr unangenehm werden.
Die Parteien sollten erkennen, dass sie nur dann den Staat entschlanken und Kosten sparen können, indem sie die Bürger dabei mitnehmen. Aber weil sie sich von der Basis entfernten, wird es um so schwerer für die Parteien, die derzeit Mehrheiten auf sich vereinen - gleichgültig, welche Farben sie haben.
Rechtliche Würdigung der Griechenland- und Euro-Hilfen: Schwere Verfassungsverstöße erkennbar
Seit 2007 wurden im Zuge der Finanzkrise verschiedene Verordnungen und Gesetze in Berlin und Brüssel erlassen, um das Finanzsystem zu stabilisieren.
Die Regelungen gipfelten in den Rettungspaketen für Griechenland, den Euro und wie heute regierungsseitig zu hören war, auch in dem Willen, das Eigenkapital der Banken mit Rettungsfonds-Mitteln aufzustocken.
Um die Angelegenheiten rechtlich zu würdigen, gab es einen interdiziplinären Zusammenschluß von Experten:
Karl Albrecht Schachtschneider
Mit den nachfolgenden Links erfahren Sie, dass die Herren zu unangenehmen Ergebnissen kamen: Es könnten schwere Verfassungsverstöße vorliegen, die geeignet sein können, das Rechtsgefüge, den Föderalismus, die Demokratie und Freiheit der Bürger in Deutschland und Europa zu gefährden.
Dietmar Möws liest aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den Aufruf der fünf Experten vor:
http://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/2010/07/09/lichtgewschwindigkeit-452/
Pressekonferenz Pro Europa e.V. eu vom 07.07.2010, Verfassungsbeschwerde gegen die Griechenlandhilfe wegen des großen EURO-Rettungsschirmes.




